Katha-kocht!

Für alle, die Spaß am Kochen haben…

Katha-kocht! - Für alle, die Spaß am Kochen haben…

Der Kretaner

Der Kretaner

Was erwartet ihr, wenn es zum Griechen geht? Seid ehrlich, irgendwie denkt man sofort an Gyros und Tsatziki. Mit einer Menge Knoblauch! Eigentlich kein Wunder, das wir im ersten Moment etwas überrascht waren, als für den Stammtisch der Weinschule ein Besuch im Restaurant “Der Kretaner” in Berlin Zehlendorf angekündigt wurde. Aber natürlich können wir uns auch nicht vorstellen, dass dieses Restaurant  nicht wohl bedacht ausgewählt wurde und so war es auch. Der Chef, Dimitrios Psallidakis, lebt schon seit Jahrzehnten in Berlin und hat zusammen mit seiner Frau dieses charmante Restaurant mit seinem wunderbaren Weinkeller aufgebaut. Ungelernte Köche sucht man hier vergebens, hier steht nur Fachpersonal am Herd und das schmeckt man auch.

Zur Begrüßung gibt es einen griechischen Schaumwein, danach werden wir mit 5 Gängen und 6 griechischen Weinen durch den Abend geführt.

Wir starten mit gebackenem Schafskäse in einer knusprigen Panade, die ein wenig an Müsli erinnert. Nussig, knusprig – sehr fein. Dazu gibt es eine hausgemachte Feigenmarmelade und wir erfahren, dass diese einmal im Jahr eingekocht wird, wenn die Feigen am aromatischsten sind.

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Weiter geht es mit einem feinen Carpaccio vom Lamm. Unglaublich zart, das werde ich Zuhause bald auch mal ausprobieren.

Als dritten Gang gab es perfekt gebratene Garnelen mit Bulgur und Gemüse. Ganz klar mein Favorit an diesem Abend. Der Bulgur macht die Kombination viel leichter als es mit Reis der Fall wäre.

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Als eigentlichen Hauptgang gibt es zart rosa Lammrücken mit feinem Gemüse und einer luftigen Kruste. Dazu haben wir zwei kräftige Rotweine – so viel hätte es fast nicht gebraucht, auf der anderen Seite hat es definitiv unsere Begeisterung für griechischen Wein geweckt. Weine gibt es hier übrigens einige, alle wohl bedacht ausgewählt und zum Teil von den Winzern direkt importiert. Wer schon vorab weiß was er trinken möchte sollte das bei der Reservierung anmelden, dann wird der Wein rechtzeitig dekantiert um sein Aroma voll entfalten zu können. Bei einigen Weinen sind das mal gut und gerne 3-5 Stunden.

Natürlich möchte ich euch auch das Dessert nicht vorenthalten. Bayrische Creme, Apfel und Zimt Komponenten und frisches Obst – nicht zu schwer und sehr schön angerichtet. Ein sehr leckerer Abschluss für diesen Abend.

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Falls ihr also auch neugierig seid was die griechische Küche alles zu bieten hat – ein Besuch beim Kretaner lohnt sich.

Und falls ihr in größerer Runde unterwegs seid, dann freut euch auf einen wunderbaren Abend in einem fantastischen Weinkeller…

Ich wünsche euch viel Spaß!

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Das Restaurant Rehmann am Chiemsee

Das Restaurant Rehmann am Chiemsee

Ich habe es euch ja schon berichtet – nach unserem Besuch in Kirchweidach ging es für uns weiter an den Chiemsee. Vorab haben wir hin und her überlegt, wo wir unser verlängertes Wochenende genau verbringen möchten und als Bessere Hälfte sagte, dass es in Prien am Chiemsee ein Sternerestaurant gibt, wurde ich natürlich hellhörig. In Prien befindet sich das Restaurant Rehmann in dem Martin Rehmann den Kochlöffel schwingt. Also haben wir rechtzeitig einen Tisch reserviert und sind am Freitag, pünktlich um 19:30Uhr aus dem Taxi gehüpft.

Das Restaurant selbst wirkt im ersten Moment typisch Bayrisch – eine gewisse Urigkeit durch rustikale Holzmöbel, aber mit modernen und stilvollen Akzenten in der Tischdeko die dem Gast deutlich machen: das hier ist nicht irgendein Gasthof.

Eigentlich müssen wir beim Blick auf die Karte nicht wirklich überlegen – wir freuen uns auf das Menü mit der passenden Weinbegleitung. Da, wie uns gleich mitgeteilt wurde, der Vacherin allerdings nicht geliefert wurde, gibt es das Menü an diesem Abend leider nur ohne den Käsegang. Dabei war ich gerade hier so gespannt was man aus dem tollen Käse Schönes machen kann…

Als erstes bekommen wir mehrere Stücken frisch gebackenes, rustikales Brot auf den Tisch – ein helles Weizenbrot und ein Roggenmischbrot mit Speck und Zwiebeln. Dazu etwas Butter. Ein schöner Einstieg.

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Als Amuse Bouche gibt es eine Gurkenkaltschale mit geräuchertem Heilbutt – ich bin sonst kein großer Fan von Gurkenkaltschale oder Süppchen, aber die Kombination war so toll, dass dieser kleine Teller mir komplett den Kopf verdreht hat.

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Als Vorspeise kam dann ein leckeres Rindertartar mit einem pochierten Wachtelei, grünem Spargel und etwas Bärlauch. Salz und Pfeffer werden für den persönlichen Geschmack mit auf den Tisch gestellt – brauchen wir aber beide nicht. Es gibt begleitend ein Glas 2011er Riesling vom Weingut Klaus Gundel.

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Zum Zwischengang gab es eine offene Ravioli mit wunderbar frischer Pasta und zartem Hummer in kräftigem Krustentierfond, die uns sehr gut geschmeckt hat. Dazu ein Glas 2011er Weißwein vom Weingut Ossian aus Spanien. Uns wird erklärt, dass es sich eigentlich um einen schlichten Tafelwein handelt, der in diesem Fall aber im Eichenfass reift und damit sein interessantes Aroma entwickelt, das stark an Chardonnay erinnert.

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Dann kam das Lamm. Ob man es mag wenn noch etwas Fett am Lammrücken ist oder nicht – dieses hier wurde in winzigste Rauten eingeschnitten und dann knusprig gebraten, während das Fleisch wunderbar zart und rosig ist. Abgesehen davon, dass dieser „Mini-Krustenbraten“ schon optisch ein kleiner Traum ist hat man hier auch geschmacklich ein tolles Erlebnis. Kombiniert mit gebratener Baby-Aubergine, grünem Spargel und Auberginenkaviar ein ganz wunderbarer Hauptgang. Jetzt gibt es Rotwein, ein 2010er Pinot Nero das uns dazu sehr gut gefallen hat.

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Natürlich haben wir uns riesig gefreut, als Martin Rehmann nach dem Hauptgang aus der Küche an unseren Tisch kam und nochmal persönlich gefragt hat ob alles zu unserer Zufriedenheit ist. Ist es und natürlich lasse ich mir die Chance nicht entgehen die eine oder andere Frage zu stellen. Unter anderem was denn mit dem Vacherin passiert wäre. Vielleicht hat man mir ein bisschen angemerkt wie ich mich über den Käse gefreut hätte – auf jeden Fall werden wir jetzt gefragt, ob wir ein bisschen Zeit haben und eine neue Käse-Kreation probieren möchten, die erst am nächsten Tag auf die Karte kommen wird. Was für eine Frage – wer wäre nicht gerne Testesser in einem Sternerestaurant?!? Und so kommen wir in den Genuss von diesem bezaubernden Gang: Ziegenfrischkäse in Karamellgitter mit einem Klecks Whiskey-Gel darauf und etwas Rhabarber darunter. Mit dem Hinweis gebracht, dass man alles gleichzeitig probieren sollte und nicht nur das Eine oder Andere. Ein geschmackliches Highlight – zuerst hat man den Geschmack von einem kräftigen Whiskey, sofort gefolgt von der Süße des Karamells und dann der salzigen Note des Ziegenfrischkäses. Am Ende rundet die fruchtige Säure vom Rhabarber das Ganze ab – wirklich genial!

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Wir schließen unser Menü mit dem Dessert ab. Lychee und Petersilie treffen hier zusammen, begleitet von kleinen Klecksen weißer Schokolade und Petersilie und mit Knallbrause! Ein ziemlich lustiges Gefühl wie es plötzlich auf der Zunge prickelt und in Kombination mit dem Gläschen Champagner ein schöner Abschluss für ein wirklich gelungenes Menü.

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Zum Abschied gibt es dann noch kleine Petit Fours – Trauben in weißer Schokolade und kleine saftige Küchlein. Ein toller Abend in ausgesprochen netter Atmosphäre!

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… Und Sterneköche kochen halt doch mit Feenstaub …

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Kreuzberg kocht – im Schmelzwerk in den Sarotti-Höfen

Kreuzberg kocht – im Schmelzwerk in den Sarotti-Höfen

Die eat! Berlin neigt sich dem Ende zu – nachdem wir mit den Berliner Käsetagen in das Feinschmeckerfestival gestartet sind und am Mittwoch die Generation WOW im Olympiastadion live am Herd erleben durften ging es am Samstag Abend zu Kreuzberg kocht ins Schmelzwerk in den Sarotti-Höfen.

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Zu 18:00Uhr waren wir vor Ort und haben uns gefreut, dass wir an den langen Bierbänken noch ein Stück Tisch mit Platz für 4 Personen ergattern konnten. Das Prinzip der Veranstaltung ist einfach – an verschiedenen Kochstationen zaubern bekannte Gesichter der Berliner Gastronomieszene jeweils ein Gericht, dazu gibt es die passenden Weinempfehlungen. Holen muss man sich das Essen und die Getränke selbst, von dem alten Geschirr befreit einen der freundliche und schnelle Service.

Um möglichst viel probieren zu können tauschen Bessere Hälfte und ich die Teller nach der Hälfte, so bleibt einem die eine oder andere schwere Entscheidung erspart. Die Hauptgänge kosten 8,50€ pro Portion, da ist man durchaus ein bisschen flexibel.

Wir starten mit dem Tafelspitzsalat von Hartmut Guy aus dem Restaurant Riehmers und der Eismeerforelle aus dem Korianderrauch von Matthias Gleiß aus dem Restaurant Volt. Die Eismeerforelle war geschmacklich recht dezent, der Salat war wunderbar bunt, frisch und knackig. Und obwohl wir ja keine großen Weißweinfans sind hat uns der grüne Veltiner der zum Tafelspitzsalat empfohlen wurde an diesem Abend am besten geschmeckt.

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Nach einem kleinen Päuschen müssen wir uns entscheiden – 3 weitere Hauptgänge wären zu viel. Gut, dass wir schon bei den Mallorcas auf den Teller schielen konnten – so entscheiden wir uns auch für die Gnocchi vom Büffelricotta mit roten Garnelen und Kapern von Pasquale Ciccarelli aus der Bar Centrale. Überraschenderweise ist das eine wirklich gelungene Kombination – wir waren vorher bei Garnelen mit Kapern schon sehr neugierig…

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Als zweiten Hauptgang nehmen wir den Schaufelbraten vom US Beef mit Rahmwirsing von Thomas Kurt aus dem E.T.A. Hoffmann (hier rechts im Bild).

Hausherr Markus Herbicht aus dem Restaurant Schmelzwerk hat ein Navarin vom Fürstenberger Hirschkalb mit Kartoffelkloß, Moosbeeren und Winterkräutern gezaubert. Den haben wir zwar nicht probiert, es sah aber sehr gut aus und so habe ich es wenigstens optisch für euch festgehalten.

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Das große Finale gibt es mit Dessert Leckereien von Herbert Beltle aus dem Restaurant Altes Zollhaus. Eine absolut göttliche, aber wirklich sehr gehaltvolle katalanische Crème mit Blaubeeren in Cassissauce und zumindest einen Haps vom gratinierten Ziegenkäse mit lauwarmem Rübchensalat.

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Um 21:00Uhr gab es dann noch ein Highlight – Hartmut Guy ist als der Buttler James erschienen und hat das Dinner for One zum Besten gegeben. Inklusive Tiger, langer Tafel, Mrs. Sophie und dem altbekannten Ablauf. Wir haben uns köstlich amüsiert, auch wenn es auf Deutsch sehr ungewohnt klang.

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Und wer jetzt noch spontan Lust bekommen hat – bis 18:00Uhr sind die Türen im Schmelzwerk auch heute, am letzten Tag der eat! Berlin, wieder für alle Feinschmecker und kulinarisch Begeisterten geöffnet.

Also nichts wie los!