Die Ostküste der USA – kulinarisch unterwegs (3)

Die Ostküste der USA – kulinarisch unterwegs (3)

Weiter geht es mit dem dritten Teil unserer Rundreise durch die USA. Ich habe ein bissl getrödelt, aber die Fotoauswahl und das Schreiben nehmen bei den Reiseberichten doch einiges an Zeit in Anspruch. Am Ende vom zweiten Teil waren wir in Erie und haben das Spiel Deutschland gegen Portugal gesehen… mittlerweile sind wir Weltmeister. So schnell kann’s gehen. Nach Philadelphia und Washington geht es also auf zur nächsten Station – wir fahren an die Niagara Fälle. Damit sind wird dann genau genommen kurzzeitig in Kanada, aber wer wird schon kritisch sein.

Unser Hotel war das Marriott Gateway on the Falls* – ein wahnsinns Hotel direkt an den Niagarafällen. Dank „Frühbucherschnäppchen“ hatten wir ein upper floor Zimmer im 29. Stock (von 31) mit Falls view. Der Wahnsinn!

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Den Nachmittag haben wir damit verbracht die Umgebung zu erlaufen. Mit Zwischenstopp zum Fußball gucken, nicht freiwillig – es gab ein kleines, aber heftiges Gewitter.

Abends haben wir im Hotel gegessen. Abgesehen davon, dass das Restaurant wirklich einen tollen Blick auf die Wasserfälle hat, hatten wir einen Voucher der knapp ein Essen abgedeckt hat. Das Restaurant Milestones Grill war wirklich sehr gut mit nettem Service und als es Abends dunkel wurde hatte man schon von hier unten einen schönen Blick auf die Lichtspiele. Die Sirloinsteaks waren perfekt gegrillt und das Gemüse hat genau so wunderbar geschmeckt wie das Knoblauch-Kartoffelpüree. Wir haben extra noch die Portobello Pilze bestellt die ausgesprochen gut dazu gepasst haben. Der Südafrikanische Shiraz hat das Ganze perfekt abgerundet.

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Der Abendliche Blick auf die Wasserfälle ist beeindruckend…

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Tag 9 – Der nächste Morgen bricht an – ich kann das Frühstücksbuffet im Hotel nur empfehlen. Und lasst euch die Omlettbar nicht entgehen!

Als erstes wollen wir einen Ausflug mit der Hornblower machen. Ich mag Bootsfahrten, also Poncho drüber und los geht’s. Es konnte ja keiner ahnen wie nass es da im „mist“ ist!

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Am Nachmittag sind wir nach Niagara on the lake* gefahren – ein super süßer, kleiner Touristenort in dem es fantastisches Eis in Nina’s Gelateria & Pastry Shop gibt. Himbeer, Kokos und Passionsfrucht Sorbet wandern in meinen Becher, Bessere Hälfte tauscht Kokos gegen weiße Schokolade – einfach nur lecker. Das Schöne ist, dass man nicht nur beraten wird, sondern mögliche Kombinationen vom Löffelchen kosten darf. „It’s my passion“ ist die Antwort auf die Anmerkung eines Gastes zu dieser tollen Beratung.

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Wir laufen auch runter zum See, Toronto sehen wir aber nicht. Vielleicht stehen wir nicht an der richtigen Stelle. Im Shaw’s Cafe gibt es einen lokalen Chardonnay aus Peninsula für mich und ein Ale für Bessere Hälfte. Der Wein hat mich nicht so richtig überzeugt, aber die Lokation war nett.

In einem Süßigkeitenladen gab es schokoüberzogene Äpfel in allen Farben und Geschmacksrichtungen. Was ich für Banane gehalten habe stellte sich bei genauerem Hinsehen als schokolierte Marshmallows raus… auch eine Möglichkeit den Wochenbedarf an Kalorien zu decken.

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Zurück an den Niagara Falls genießen wir noch etwas den Ort…

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… bevor es dann Abends in das Terrapin Grill Fallsview Restaurant geht. Nach dem Brot mit Zitronenbutter war ich schon im siebten Himmel. Wenn einfache Sachen schon sooo gut sind kann man einfach nur glücklich sein. Ich hatte dann fantastischen gegrillten Lachs mit grünem Spargel, Paprika und Reis und einem Schälchen Sauce Bernaise. Bessere Hälfte hatte pikantes, gegrilltes Hähnchen mit grünem Spargel, Paprika, Kartoffelpüree und Pilzen in Knoblauchsauce. Dazu lokale Weine, einen Merlot und einen Pinot Grigio. Ein wunderbarer Abend mit einem schönen Blick aus dem Restaurant! Preislich liegen wir hier allerdings doppelt so hoch wie im Milestones Grill, allerdings hatten wir auch hier einen Voucher von unserem Hotel bekommen.

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Tag 10 – Der Abschied am Morgen fällt mir schwer, der Ausblick war so wunderbar und beeindruckend. Ich würde gerne wiederkommen.

Etwas über 7 Stunden dauert die Fahrt nach New York. Meine Empfehlung: esst niemals bei Wendy’s. Die frittieren die Patties! Ganz grausam… armer Burger.

Als Berliner ist man ja im Stadtverkehr einiges gewöhnt, aber gegen New Yorker Taxifahrer ist das bei uns gemütliches Gruppenkuscheln. Wir waren froh, als wir das Auto in einem Stück abgeben konnten.

Unser Hotel hier war das Azure Hotel* auf Manhattan. Ich mecker nicht weil das Zimmer klein und sau teuer war, das ist ok, aber es war soooo dreckig! Die Krümel auf dem Teppich haben uns begrüßt und verabschiedet, vom Bad möchte ich nicht erst berichten. Brrr…. Beim nächsten Mal würde ich jedes andere Hotel auf Manhattan* bevorzugen.

Anmerkung 2020: mir wurde berichtet, dass man das Hotel mittlerweile renoviert hat. Es soll dort jetzt sehr nett sein.

Um den ersten Schreck zu verkraften machen wir uns auf in Richtung China Town, finden uns aber plötzlich in Little Italy wieder. Kein Problem, gibt es halt Pasta und Pizza. Die Restaurants sehen alle nett aus. Wir lassen uns in das Casa Bella ziehen. Linguine mit Venusmuscheln und Pizza mit Salami und Wurst werden bestellt. Dazu Wein und Bier. Einfach und gut.

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Tag 11 – der 19.Juni2014 – wir haben Jahrestag. Seit 4 Jahren ist der Kerl meine Bessere Hälfte, seit 12 Jahren kennen wir uns. Wir starten den Tag mit einem Sektfrühstück im Le Pain Quotidienn.

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Unser erstes Ziel für diesen Tag ist der Top of the Rocks – von hier aus haben wir einen tollen Ausblick über die Stadt und den Central Park.

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Weiter geht es zur Grand Central Station und ins Moma…

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Wir schauen uns das Plaza Hotel an und trinken noch ein Gläschen Wein, dann hat Bessere Hälfte vorab eine Kutschfahrt durch den Central Park gebucht. Der Treffpunkt mit dem Kutscher scheint nicht ganz klar und ich werde abgestellt um die Kreuzung zu bewachen. Nur zwei Minuten später fährt die Kutsche vor – Bessere Hälfte bereits drin – und die Tour beginnt. Der Kutscher erzählt munter fröhlich was wir alles sehen und wir genießen den Park. Am Cherry Hill fragt Bessere Hälfte den Kutscher ob er vielleicht ein Foto von uns machen könnte. Kein Problem, der Kutscher schnappt sich meine Kamera und steigt ab. „Willst du für das Foto nicht die Sonnenbrille abnehmen?“ fragt mich Bessere Hälfte. Mache ich gerne, auch wenn ich mich frage wie ich ohne Sonnenbrille gegen das Licht gucken soll. Im nächsten Moment kniet er schon neben mir in der Kutsche und stellt die Frage aller Fragen… die ich natürlich mit Ja beantworte. Und schon habe ich einen wunderschönen Ring am Finger und Tränen in den Augen. Ich bin halt ein hoffnungsloser Romantiker und der Mann kennt mich.

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Nach dieser wunderschönen Kutschfahrt geht es zurück ins Hotel und von dort aus nach SoHo. Im französischen Restaurant Vin et Fleurs genießen wir ein romantisches Dinner. Heilbutt mit Chorizo und Zitronensauce für mich, Steak Tartare mit Friseesalat und einem Wachtelei für Bessere Hälfte. Dazu Bratkartoffeln und ein Bordeaux (von dem mir glaubwürdig versichert wurde, dass er wegen der Chorizo auch zu meinem Fisch passt). Sehr lecker. Als Dessert haben wir ein Mousse au Chocolat mit weißer und brauner Mousse geteilt. Ein wunderbarer Abschluss für einen perfekten Jahrestag.

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Tag 12 – ich bin immer noch ganz aus dem Häuschen. Eigentlich will ich garnix mehr essen, in zwölf Monaten muss ich in ein Kleid passen. Glücklicherweise sind alle Gerichte mit Kalorienangabe auf der Karte, ich entscheide mich für Brown Rice Pudding und Bessere Hälfte nimmt Schnittchen mit Schinken und Käse.

Weiter geht es Richtung Hafen. Wir wollen aber nicht mit dem Schiff fahren, wir wollen Helikopter fliegen! Wir buchen die kleine Tour, die dauert offiziell 12-15 Minuten, praktisch ist man aber eher 20 Minuten in der Luft. Wir starten Richtung Freiheitsstatue, drehen die Runde und fliegen dann ein gutes Stück den Hudson River hinauf. Der Wahnsinn – für mich war es der erste Helikopterflug und ich durfte vorne neben dem Piloten sitzen!

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Wie aufregend – jetzt will ich die Freiheitsstatue aber noch von nahem sehen. Also ab auf die Fähre. Leichter gesagt als getan, wir stehen in der prallen Sonne über eine Stunde an – ohne Wasser – bis wir endlich an Bord sind. Trotzdem war es schön, wenn auch überfüllt. Mittlerweile war es schon recht spät und wir haben uns entschieden auf Liberty Island etwas zu essen. Brrrr…. kann ich da nur sagen. Feinste Tourifütterung mit fettigen Pommes und Fertigfutter. Aber ich kann davon berichten, also habe ich wohl überlebt.

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Mit der nächsten Fähre machen wir uns auf den Weg zurück nach Manhattan. Auf Ellis Island steigen wir nicht aus, hier müsste man gut 2 Fähren abwarten bis man zurück an Bord käme.

Runter von der Fähre laufen wir über die Wallstreet…

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…bis zum nagelneuen Freedome Tower und der Gedenkstätte für den 11-September. Auch wenn der Ort wirklich wunderschön und der neue Tower mehr als beeindruckend ist, ist es doch ein trauriger Ort.

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Der Tag war lang und wir gehen zurück ins Hotel um uns fertig zu machen. Unser Ziel für diesen Abend – das The Spotted Pig. Auf diesen Abend habe ich mich schon ewig gefreut! Reservieren kann man in diesem Restaurant von 1-Sterne Köchen April Bloomfield leider nicht, als wir ankommen lassen wir uns auf die Warteliste setzen. Die prophezeite Wartezeit: 2 Stunden. Wir werden an die Bar gesetzt und trinken schon mal etwas. Die Preise für Getränke sind keine Schnäppchen, aber wir haben Glück, schon nach 1 Stunde dürfen wir an einen Tisch umziehen… der wohlbemerkt schon geraume Zeit frei war… genau so wie zwei weitere Tische… aber scheinbar gehört es hier zum guten Ton ein bissl auf den Tisch zu warten. Es ist übrigens nicht ganz einfach herauszufinden, wer hier zum Service gehört. An der Kleidung erkennt man es jedenfalls nicht, hier steht es genau so wie bei den Gästen – von chick bis alternativ ist alles dabei.

Als Vorspeise teilen wir uns die Gnudi, die mit 18$ zu Buche schlagen. Sie sind etwas weicher als die, die ich vor einiger Zeit nach April’s Rezept gemacht habe, also wird es die demnächst nochmal geben – nur 1-2 Tage kürzer im Kühlschrank. Als Hauptgericht nehmen wir den berühment Chargrilled Burger mit Roquefort und Shoestring Fries. Dem Patty wird hier nicht weniger Aufmerksamkeit gewidmet als einem guten Steak – wir wünschen es und medium-rare und so kommt es auch. So einfach und so genial lecker. Herz was willst du mehr? Dazu hatten wir ein Fläschlein Pinot Noir. Für ein Dessert war definitiv kein Platz mehr.

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Tag 13 – aus Zeitgründen heute kein richtiges Frühstück, wir wollen eine Bootsfahrt rund um Manhattan machen. Die dauert 3 Stunden und geht zeitig los. Es empfiehlt sich auch frühzeitig da zu sein damit man einen guten Platz ergattern kann. Also gibt es am Hafen ein grottig schlechtes Croissant mit Schinken. Die Bootsfahrt ist nett, aber die kleine Tour hätte sicher auch gereicht.

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Nach dem Spiel hüpfen wir noch kurz auf den Flugzeugträger. Mit unserem NY Pass ist der Eintritt frei, da kann man das mal machen.

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Am frühen Nachmittag spielt Deutschland gegen Ghana – wir sehen das Spiel im Irish Pub Pig’n’Whistle mit einem sehr leckeren Chicken Wrap mit Basilikum Mayonaise und Bacon. Bessere Hälfte hatte einen Angus Beef Burger mit Cheddar und Onion Rings. Dazu ein Brooklyn Lager – und ein spannendes Unentschieden im Fernsehen.

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Ein kurzer Shoppinganfall zwischen dem Time Square…

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… mit dem M&M Shop…

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… und der 5th Avenue. Dann wollen wir vom Empire State Building aus den Sonnenuntergang genießen. Nach gut 90 Minuten sind wir oben – ich kann keine Schlangen mehr sehen… aber für diesen Ausblick hat es sich gelohnt. Wir sehen die letzten Strahlen der untergehenden Sonne…

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… und dann die Stadt bei Nacht mit ihren tausend Lichtern. Wenn es nicht so voll wäre könnte ich hier ewig stehen.

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Abendessen brauchen wir nicht, wir sind noch satt vom Mittag und fahren mit dem Taxi zurück zum Hotel.

Tag 14 – Ich bekomme meinen ersten Bagel! Nicht gut für den Hüftspeck, aber was soll’s. Im Baz Bagel Restaurant kann man zwischen allen nur denkbaren Bagelsorten wählen. Mohn, Sesam, Vollkorn, Pumpernickel – alles ist möglich. Wir entscheiden uns beide für Vollkorn, ich mit Lachs und Avocado, Bessere Hälfte mit Hähnchensalat und Tomate. Dazu Orangensaft, Kakao, Kaffee, sehr lecker! Den Krautsalat haben wir nicht gegessen – pure Mayo…

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Ich habe den Film Madagaskar wohl hundert Mal gesehen und möchte endlich sehen wo Marti, Melman, Gloria und Alex wohnen. Ab in den Zoo im Central Park! Hier wohnt leider keiner von den vieren, überhaupt ist der Zoo recht überschaubar – aber die Seehundfütterung ist lustig und nach einer Stunde sind wir wieder raus.

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Zu Fuß geht es nochmal auf Richtung Cherry Hill. Beim letzten Mal waren wir einfach zu abgelenkt um den Ort richtig zu genießen. Ein langer Spaziergang durch den Park, wir haben Zeit und sind entspannt.

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Abends geht es dann in eins der berühmtesten Steakhäuser der USA – zu Peter Luger. Dry Aged ist hier das Zauberwort, aber fangen wir von vorne an. Hier muss man definitiv reservieren am besten 6 Wochen vorher. Und selbst dann gab es keinen Tisch zu 19 Uhr mehr, wir konnten zwischen 16:45 und 21:45 wählen. Lieber spät als gar nicht, wir nehmen 21:45Uhr. Kurz an der Bar gewartet und die Zeit mit einem Cosmopolitan verkürzt, dann geht es zum Tisch. Vorab haben wir viel über das unfreundliche Personal gelesen – das kann ich nicht bestätigen, zu uns waren alle sehr nett und zuvorkommend.

Was wir nehmen ist klar – das Steak! 3 Wochen Dry Aged gereift kann man es in allen Abstufungen der Garform bestellen. Von Bleu bis Well Done ist alles dabei. Ich nehme meins rare, Bessere Hälfte medium rare. Obwohl jedes Steak mit 50$ Dollar zu Buche schlägt müssen die Beilagen extra bestellt werden. Puh – aber man is(s)t ja nur einmal hier. Wir nehmen Bratkartoffeln und Crémespinat dazu. Die hauseigene Steaksauce ist zwar lecker, übertüncht mir aber zu sehr den Steakgeschmack, ich mag es lieber pur. Ein Fläschchen Chianti Classico Riserva rundet das Ganze ab. Am Ende des Abends sind wir arm wie die Kirchenmäuse, aber glücklich! Übrigens: hier ist nur Bares wahres – eine Credit Card wird nicht akzeptiert (da wird man aber schon bei der Reservierung vorgewarnt).

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Tag 15 – Abflug, aber erst später. Ein letztes Frühstück im Le pain quotidienne mit New York Cheesecake. Danach ein letzter Spaziergang durch SoHo und die umliegenden Straßen.

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Dann geht es mit dem Taxi zum Flughafen und über Amsterdam zurück nach Berlin. Wir kommen gegen 10 Uhr an, unser Gepäck verweilt noch in Amsterdam und wird uns erst am nächsten Tag nach Hause gebracht… aber was soll’s, Ende gut, alles gut.

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig in Urlaubsstimmung versetzen!