Flitterwochen auf den Seychellen

Flitterwochen auf den Seychellen

Flitterwochen – der Urlaub direkt nach der Hochzeit. Ein Urlaub, der bis zum letzten Moment eigentlich eher im Hintergrund stand, weil sich alles um den einen großen Tag drehte. Und der Urlaub, der trotzdem so lange ersehnt war – denn wenn man im Flieger in die Flitterwochen sitzt, dann ist man endlich verheiratet. Die Hochzeit ist ganz wunderbar gewesen – wir haben bis 3Uhr in der Nacht gefeiert und am nächsten Morgen um 11Uhr unsere restlichen Sachen aus der Location abgeholt. Um 17:30Uhr stand das Taxi zum Flughafen vor der Tür. Wir hatten gute 20 Stunden Flug und Reise vor uns – von Berlin nach Frankfurt und über Addis Abeba nach Mahé, auf die Hauptinsel der Seychellen. Von dort dann weiter mit dem Boot nach Silhouette Island wo wir unsere Flitterwochen auf den Seychellen verbringen wollten.

Überspringen wir den Flug – ich sage nur so viel: wenn euch jemand im Reisebüro erzählt, dass Air Ethiopia im Kommen wäre und Addis Abeba das neue Drehkreuz wird… dreht euch um und verlasst das Reisebüro.

Das Hotel Hilton Seychelles Labriz* haben wir uns vorab selbst ausgesucht. Ein traumhaftes 5 Sterne Hotel, das einzige Hotel auf einer traumhaften Insel. Silhouette ist unser Ziel – hier wollen wir die Flitterwochen verbringen.

Könnt ihr euch vorstellen, wie überrascht ich war, als ich im November bei Mara einen Reisebericht über die Seychellen gefunden habe und mir dachte: „Hey, das ist doch unsere Insel!?!“ Kurz danach war das Hotel in einem der vielen Hochzeitsmagazine die ich durchstöbert habe als Traumziel angegeben – in solchen Momenten ist man sicher, dass man sich richtig entschieden hat.

Umso mehr habe ich mich auf unsere 12 Nächte gefreut. Ein Urlaub, der für uns ganz untypisch war. Kein großes hin und her, keine Rundreise, kein Mix aus Stadt, Wein, Essen und Strand – nein, einfach nur 12 Nächte an einem Ort. Das rundum sorglos Paket. Relaxen, die Sonne genießen und entspannen. Einmal im Leben, weil die Flitterwochen anders sein sollten als unser normaler Urlaub.

So sind wir am Sonntag um 16Uhr auf Mahé gelandet. Vom Flughafen ging es mit dem Bus zum Hilton Jetty – hier wurden wir mit einem leckeren Bananen-Ingwer Erfrischungsgetränk und ein paar Stückchen schokoladig-nussigen Brownies begrüßt. Dann sind wir mit dem Boot zu unserer Insel gefahren.

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Die Fahrt dauerte nicht lange – wir haben den Blick auf die vielen Inseln genossen und den Sonnenuntergang bewundert. Nach nur 40 Minuten sind wir dann auf Silhouette angekommen.

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Als Neuankömmlinge wurden wir vom Hotelteam begrüßt und im Buggy durch die Anlage gefahren.

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Es gab viele Informationen über die Restaurants, Ausflüge und die Insel, dann hat man uns an unserer Beachfront Villa, der Nummer 241, abgesetzt. Das Zimmer war wunderbar hergerichtet – wir waren sofort verliebt in die Rainshower-Außendusche, das großzügige Bad, die hohen Decken und die traumhafte Veranda.

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Für uns Honeymooner stand ein Fläschlein Prosecco zusammen mit ein paar hausgemachten Pralinen bereit – da fällt uns der ganze Reisestress von einer Sekunde zur nächsten von den Schultern.

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Am ersten Abend essen wir im Cafe Dauban. Hier gibt es jeden Abend ein neues Themenbuffet, das sich allerdings von Woche zu Woche wiederholt. Das Essen hier ist kein kulinarisches Highlight, ich würde es mal massenkompatibel nennen. Nicht zu scharf, nicht zu würzig, nicht zu salzig, aber eine große Auswahl an unterschiedlichen Speisen und ein ausgesprochen aufmerksamer Service. Insgesamt haben wir 4 Buffet-Abende mitgemacht, die restlichen Abende hatten wir einen Tisch in einem der 4 wunderbaren Themenrestaurants des Hotels.

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Den ersten Tag haben wir genutzt um die drei Strände zu erkunden, die man alleine zu Fuß erreichen kann. Die Laufzeit 10, 15 und 30 Minuten war zwar etwas optimistisch angegeben, aber es hat sich gelohnt. Hin und zurück waren wir in etwa 4 Stunden unterwegs. Zum Glück hatten wir eine Flasche Wasser dabei. Zu Beginn ist der Weg noch klar erkennbar. Dann wird er immer verwilderter. Wir sehen unsere ersten Flughunde, zahlreiche Eidechsen und Krebse.

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Umso schöner ist es, als wir den ersten Strand erreichen. Sonne und Wölkchen wechseln sich an diesem Tag ab – trotzdem sind es wie an jedem Tag 29°C und es weht ein laues Lüftchen. Das Wasser hat angenehme 26°C – was will man mehr? Wir tapsen durch die Wellen und über die Steine.

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Besonders schön ist der dritte Strand. Und an keinem der Strände treffen wir andere Urlauber – einen einsameren Traumstrand kann man sich kaum wünschen!

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Hier gehen wir baden und machen Fotos von den vielen kleinen und großen Krebsen mit Häuschen…

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… und auch von denen ohne Häuschen…

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…bevor wir uns dann langsam wieder auf den Rückweg zum Hotel machen.

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Dort genießen wir den Nachmittag auf unserer Veranda und hüpfen ab und an ins Meer.

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Am Abend haben wir einen Tisch im Restaurant Sakkura reserviert. Hier gibt es asiatische Küche. Bessere Hälfte hat zur Vorspeise mariniertes Hähnchen das im Bambusblatt frittiert wurde. Etwas kompliziert zu essen – als wir fragen ob es einen Trick gibt um die kleinen Päckchen zu öffnen empfiehlt man uns das mit den Händen zu tun. Wir sollen unbesorgt sein, danach bringt man uns nochmal aromatisierte Erfrischungstücher um die Finger sauber zu machen. Ich habe einen leichten Papayasalat mit Garnelen, gefolgt von einem wunderbar gebratenen Red Snapper in Miso-Sauce, der hier fast immer der „catch of the day“ ist. Bessere Hälfte hat als Hauptgericht ein tolles grünes Hähnchencurry. Bei der Bestellung wurde ihm bereits gesagt, dass das etwas schärfer ist – da wir da absolut unempfindlich sind war das überhaupt kein Problem, die Info war aber wirklich sehr nett. Als Dessert gab es dann gebackene Banane mit Vanilleeis – süß, klebrig, lecker, da kann man nichts mit falsch machen.

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Am zweiten Tag gehen wir das erste Mal schnorcheln. Für mich war es allgemein das erste Mal, dass ich geschnorchelt bin – war aber einfacher als erwartet und somit habe ich meinen indirekten Eignungstest für den geplanten Tauchkurs bestanden. Das Meer ist an unserem Strand recht flach. Auch bei Flut ist es kaum mehr als Hüfttief. Durch das auslaufende Riff kann man aber viele kleine Fische und hinten am Riff auch einige Seeigel sehen. Badeschuhe sind außerdem empfehlenswert – durch die Korallen und Granitsteine muss man sonst ganz schön aufpassen wo man hintapst. Von unserer Villa haben wir direkten Zugang zum Strand. Hier könnte man sich die Strandliegen mitnehmen, wir liegen aber viel lieber in der Hängematte oder sitzen auf der Veranda.

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Am Nachmittag erwartet uns im Spa eine 1-stündige balinesische Massage. Das drumherum ist einfach perfekt – man wird mit einem Gläschen Zimt-Eistee in Empfang genommen und füllt einen kurzen Fragebogen aus ob man Verletzungen, Beschwerden oder Verspannungen hat. Der Zimt-Tee selbst dient dabei der Entspannung. Dann wird man zu den Umkleiden begleitet wo man sich umzieht. Von dort aus geht es ein paar Stufen weiter den kleinen Berg hinauf in den nächsten Ruhebereich – hier erwartet uns ein Zitronengrastee (diesmal warm), entspannende Musik und ein paar Geckos flitzen schüchtern umher. Wieder werden wir abgeholt und ich lasse mir gleich erstmal erklären wie die zwei Tees gekocht werden. Keine Sorge – das erfahrt ihr in den nächsten Tagen auch noch, versprochen! Das letzte Häuschen ist die pure Entspannung. Die Temperatur ist nicht zu warm und nicht zu kalt, trotzdem fragt man uns ob es für uns so angenehm ist. Nach einem kurzen Fußbad dürfen wir auf den nebeneinander stehenden Liegen Platz nehmen und unsere Massage genießen. Gesprochen wird nur in leisestem Flüsterton und auch nur um zu fragen: „ist der Druck in Ordnung?“ Nach dieser Stunde ist aller Stress von den Hochzeitsvorbereitungen wie weggewischt.

Auf dem Rückweg laufen wir am Strand entlang – die Anlage erstreckt sich vom Hafen aus ungefähr einen Kilometer den Strand hinunter. Man kann sich aber auch jederzeit einen Buggy kommen lassen. Wir genießen aber meistens unsere Spaziergänge am Meer.

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An diesem Abend essen wir wieder im Cafe Dauban – es gibt ein BBQ Buffet mit vielen verschiedenen Gerichten.

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Viel netter ist es aber am nächsten Abend – da haben wir einen Tisch im Portobello reserviert. Das Portobello ist ein italienisches Restaurant mit einer großartigen Küche.

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Ich bin eigentlich niemand, der immer das Gleiche bestellt – aber für die Vorspeise, ein Thunfischtartar mit Zitronensorbet – habe ich da gerne eine Ausnahme gemacht. Das war so unglaublich gut, dass ich es in den nächsten Tagen unbedingt nachmachen muss. Aber zum vollen Programm – auch hier gibt es drei Gänge. Vorab allerdings einen Gruß aus der Küche und ein Tellerchen mit verschiedenem Brot, Olivenöl und Olivenpaste. Ich habe dann das Thunfischtartar, Bessere Hälfte das gegrillte Hähnchen mit Apfel.

Für mich gibt es als Hauptgang die Seafood Linguini, als ich gefragt habe ob die Pasta hausgemacht ist wirkte man fast getroffen – selbstverständlich ist sie hausgemacht! Die waren einfach toll und Bessere Hälfte’s Steak war perfekt medium-rare gebraten. Meine Passionsfrucht-Minz Panacotta war ein netter Abschluss, der schokoladige Capresekuchen mit dem Sorbet zum Niederknien.

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Auch am folgenden Tag genießen wir den Strand und das Meer – außerdem melden wir uns für den Tauchkurs an. Super aufregend! Wir bekommen für die Theorieprüfung auch gleich Lektüre mit und sind an diesem Nachmittag ausgesprochen fleißig am Lernen. Erforderlich ist ein Theorieteil über 3 Module, zwei Tauchgänge im Trainingspool und zwei im „echten Wasser“.

Am Abend geht es dann in das kreolische Restaurant, das Grann Kaz. Es ist nahe der Anlegestelle im ehemaligen Herrenhaus des Plantagenbesitzers eingerichtet.

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Hier kann man in traumhafter Atmosphäre auf der Terrasse sitzen (oder auch drinnen – ganz wie man möchte). Die obere Etage ist eine Art kleines Museum mit den historischen Möbeln, Lampen und Schreibtischen. Wirklich sehr nett gestaltet.

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Hier habe ich mich in die kreolische Küche verliebt. Teilweise ganz schlicht, teilweise so raffiniert und voller Gewürze – aber immer darauf bedacht alle Aromen zur Geltung zu bringen. So würde ich das Essen hier beschreiben. Was lustig ist: man muss sich einigen. Es gibt 5-Gänge und alle werden für zwei Personen serviert.

Wir entscheiden uns also für einen Salat mit geräuchertem Blue Marlin, gefolgt von einer Fisch Bouillabaise mit feiner Zimtnote. Danach gibt es einen im Bananenblatt gegarten job fish – auf meine Frage was für ein Fisch das ist erklärt man mir es wäre ein länglicher Fisch mit weißem Fleisch. Der wird probiert und ist wirklich sehr gut. Eine passende Übersetzung habe ich leider nicht gefunden, es scheint aber auch ein Snapper zu sein. Danach gibt es ein leckeres, scharfes Rindercurry und als Dessert Kokosnougatkugeln und Passionsfruchtsorbet. Wir lassen uns dann noch von einem Glas Rum überzeugen – der wird auf der Insel gemacht und ist wirklich sehr gut gewesen. Wir haben uns allerdings ein Glas Orangenrum geteilt, 4cl sind doch eine ganze Menge. Den Rückweg laufen wir zu Fuß – es ist zwar dunkel, aber die 12 Minuten tun uns nach diesem reichhaltigem Essen wirklich gut.

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Am nächsten Morgen habe ich mir sicherheitshalber von der Rezeption eine Waage gewünscht… nur um Zuhause keinen Schreck zu bekommen… ihr versteht schon was ich meine.

Der nächste Vormittag unserer Flitterwochen auf den Seychellen beginnt mit einem Trainingstauchgang im Pool. Wir werden versenkt und machen viele Übungen. Am Nachmittag geht es dann schon raus ans Riff. Alleine die Fahrt dorthin ist wunderschön – wir sehen die Flughunde an der Küste entlang fliegen. Am Black Rock wird dann getaucht. 12m tief und eine Stunde unter Wasser. Wir sehen eine Schildkröte, hunderte bunte Fische, einen großen Polpo und wunderschöne Korallenriffe. Wir können den zweiten Tauchgang kaum erwarten!

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Hier mache ich eine kurze Pause – Teil 2 findet ihr hier!

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