Mein veganer Adventskalender – Rezension

Mein veganer Adventskalender – Rezension

Mein Blog ist vielleicht nicht für seinen Fokus auf veganen Rezepten bekannt, aber ich probiere immer wieder gerne etwas Neues aus. Da war ich natürlich auch neugierig, als ich gefragt wurde ob ich nicht Lust hätte einen Blick in das neue Buch von Foodbloggerin Franzi Schädel „Mein veganer Adventskalender“ aus dem Kosmos Verlag zu werfen. Als das Buch dann vor ein paar Wochen in meinem Briefkasten lag war es mir noch viel zu warm und zu sonnig um an die Adventszeit zu denken, aber ich glaube jetzt langsam komme ich in die passende Stimmung!

Die harten Fakten:mein veganer adventskalender
96 Seiten
70 Farbfotos
1 SW-Fotos
1 Farbzeichnungen
1 SW-Zeichnungen
1 Farbtafeln
laminierter Pappband
221 x 192 mm (LxB)
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-440-14898-3
Art.-Nr.: 14898
Vorab – das Buch ist ganz anders aufgebaut als ich es bei dem Titel erwartet hätte. Ich habe vorher an 24 Rezepte gedacht die einen wie ein Kalender durch die Weihnachtszeit begleiten. Das ist hier aber nicht der Fall – das Buch orientiert sich viel eher an den vier Wochen der Adventszeit und soll laut Franzi eine schöne Inspiration für alle bieten die vielleicht mit veganen Gerichten noch nicht so vertraut sind und sich fragen, ob man die Festzeit auch ohne Karpfen und Weihnachtsgans genussvoll gestalten kann.
Am 1. Advent startet die Weihnachtsbäckerei. Das macht Sinn, schließlich ist es genau die Zeit in der man seine Keksdosen das erste Mal füllt und damit so richtig hoch offiziell die Vorweihnachtsstimmung ausruft.
Am 2. Advent geht es um Wohlfühlgerichte. Man murmelt sich warm ein, lässt die Seele baumeln und genießt die Weihnachtsstimmung.
Am 3. Advent fällt euch vielleicht ein, dass ihr unbedingt noch ein paar Last Minute Geschenke braucht – dann werdet ihr in diesem Abschnitt schnell fündig.
Und am 4. Advent plant ihr vermutlich schon das festliche Menü für die Weihnachtsfeiertage – und auch hier gibt es ein paar Ideen für euch.
So findet man im ersten Kapitel doch glatt einen veganen Weihnachtsstollen, Gewürzkipferl und Pfefferkuchen Seite an Seite mit „Schneebällen“ und Zitronenkeksen in die hübsch ein paar Kräuter eingebacken sind. Ich denke die Gewürzkipferl werden dieses Jahr auf jeden Fall in meiner Keksdose landen. Zu jedem Rezept gibt es auch ein Foto das Appetit auf die leckeren Rezepte macht. Die Zutatenliste findet am übersichtlich an der Seite – da kann beim Einkaufen nix mehr schief gehen. Und auch der Zeitbedarf für das entsprechende Rezept ist hier angegeben.
Nachdem wir die Keksdose also befüllt haben geht es weiter mit den Wohlfühlgerichten – wie wäre es denn mit einem Bratapfel Lassi? Oder wollt ihr euch an kalten Tagen lieber mit einer scharfen Thai-Suppe wärmen? Vielleicht steht euch der Sinn ja auch eher nach einer cremigen Rosenkohlsuppe – die ist wirklich ganz schnell gemacht – oder nach ein paar fluffigen Spinatbrioche?  Ich persönlich flirte ja mit den Süßkartoffelpommes die mit einem würzigen, hausgemachten Ketchup serviert werden…
Kommen wir zu den Geschenken – zwischen 15 Minuten und einer Stunde ist alles möglich. Ein schneller Rosenzucker oder ein Winter Wohlfühlsalz findet man hier genau so wie eine Bratapfelmarmelade, gebrannte Mandeln oder den Orangensirup den ich weiter unten für euch getestet habe. Liebevoll verpackt sind das alles ganz wunderbare kleine Geschenke mit denen man anderen eine Freude machen kann!
Am vierten Advent kommen die Menüs. Es gibt ein klassisches Menü, ein Menü für viele Gäste, ein leichtes Menü und ein schnelles Menü, alle vier bestehend aus Vorspeise, Hauptgericht und Dessert.
Ich gebe zu, dass das schnelle Menü mit Süßkartoffelsuppe, Möhren-Safran Pasta und gratinierten Feigen für mich eher ein Fall für die Adventstage wäre. So richtig festliche Stimmung will hier bei mir nicht aufkommen. Aber es ist ja auch ein schnelles Menü.
Bei dem Menü für viele Gäste gefallen mir sowohl die Schwarzwurzel-Tartelettes als Vorspeise als auch die Schokocreme im Glas richtig gut. Beides passt für mich wunderbar zu Weihnachten. Als Hauptgericht ist eine gefüllte und im Ofen gegarte Süßkartoffel angedacht.
Beim klassischen Menü gibt es knusprige Gemüsebrote mit Avocadocreme und geröstetem Gemüse als Vorspeise, einen Wirsing-Strudel mit Pastinaken als Hauptgang und ein super verführerisches Apfel-Sahne Dessert von dem ich gerne mal ein Gläschen naschen würde.
Das leichte Menü ist dann wohl für den zweiten Weihnahtsfeiertag gedacht – hier gibt es einen super fruchtigen Rosenkohlsalat als Vorspeise und da ich Rosenkohlsalat liebe finde ich das wirklich eine klasse Idee. Als Hauptgericht wird ein Stück marinierter Tofu auf einem Bett aus Kartoffeln und Fenchel serviert und den Abschluss bildet ein Zitrussalat mit Grapefruits und Blutorangen.
Ich denke da gibt es einiges an Inspiration und es steht ja jedem frei die Menüs ein bisschen zu mixen bis sie den eigenen Geschmack treffen.
Alles in allem ist das Buch ein schöner Begleiter durch die Adventszeit mit viel Inspiration und schönen Ideen!
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Kosmos Verlag zur Verfügung gestellt, diese Rezension spiegelt aber ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

Orangensirup

Ich habe hier den Orangensirup für euch getestet – der eignet sich ganz wunderbar um damit den Kürbis-Orangen Kuchen so richtig saftig zu machen, ein leckeres Hefeweizen aufzupeppen oder ein Schlückchen Sekt oder Selters in weihnachtliche Stimmung zu versetzen. Natürlich eignet er sich auch wunderbar zum Verschenken!
Zugegeben – bei der Angabe für 1 Flasche und dann „besonderes Werkzeug“ 2 Flaschen à 150ml war ich etwas verwirrt. Im Ergebnis habt ihr aber etwas mehr als 300ml Sirup.
Orangen_Sirup_ (7)
Zutaten:
500ml Orangensaft aus Bio Orangen
Das hängt natürlich von den Orangen ab – ich brauchte 9 Stück, im Original sind es 5 Stück
1 Vanilleschote
300g Rohrzucker
1 TL Weihnachtsgewürz – Zimt, Kardamon, Nelken gemahlen (optional, meine Ergänzung)
Zubereitung:
Die Orangen auspressen oder entsaften und durch ein feines Sieb in einen kleinen Topf geben.
Orangen_Sirup_ (1)
Den Abrieb von einer Orangenschale, den Zucker und das Vanillemark dazu geben und alles bei kleiner Hitze einköcheln lassen. Das dauert in etwa 20-30 Minuten. Dabei immer wieder gut umrühren.
Orangen_Sirup_ (2)
Den heißen Sirup in die vorher gut ausgekochten Flaschen füllen. Ich koche dafür immer Wasser im Wasserkocher auf, fülle es in die Flaschen oder Gläser und lasse diese dann einige Minuten stehen. Abgießen, kurz umgedreht auf etwas Haushaltspapier abtropfen lassen und dann sofort mit dem heißen Sirup befüllen.
Vollständig abkühlen lassen und danach im Kühlschrank aufbewahren.
Orangen_Sirup_ (6)



Rezension – Mein Küchentagebuch von Rachel Khoo

Rezension – Mein Küchentagebuch von Rachel Khoo

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ein neu angekündigtes Kochbuch schon so sehnlichst erwartet wird? So ging es mir mit dem neuen Buch von Rachel Khoo. Mein Küchentagebuch: Über 100 Rezepte für kulinarisches Fernweh. Das klang so vielversprechend, besonders weil Rachel in Ihrer Sendung so oft davon schwärmt wie die malaysische, die österreichische, die französische und die englische Küche Einfluss auf sie nehmen. Also habe ich das Buch schon lange vor seinem Erscheinungsdatum vorbestellt ohne einen Blick hinein zu werfen. Ihren Stil fand ich bisher toll und Paris in meiner Küche war mein absolutes Lieblingskochbuch, bis es von Das kreolische Kochbuch von diesem Platz verdrängt wurde. Voller Vorfreude habe ich auf das Buch gewartet und mich riesig gefreut, als es dann endlich kam. Ab damit auf die Couch – ich möchte jetzt nicht gestört werden, ich genieße mein neues Buch!

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten

Verlag: Dorling Kindersley (12. März 2015)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3831027781

ISBN-13: 978-3831027781

Ich blättere einmal durch… ein zweites Mal… zögerlich ein drittes Mal. Bessere Hälfte wagt ein vorsichtiges: „du siehst nicht so richtig glücklich aus…?“

Nein, nicht so richtig. Die 100 Rezepte, die ich in diesem Buch finde, erinnern mich an ein ganz normales „Jamie Magazin“. Nur, dass das für 4,90€ zu haben ist. Da finde ich das Preis-Leistungs-Verhältnis fair. Hier bin ich einfach enttäuscht. Aber versuchen wir mal in Worte zu fassen warum.

Zum einen fehlt mir in diesem Buch der rote Faden. Es wirkt wie eine bunt gemixte Rezeptsammlung, nach dem Motto „von allem etwas und nix so richtig“.

Nach der Einleitung, in der sie betont sie wäre nicht die Französin aus dem Fernsehen, sondern durch und durch Britin, kommen die Vorspeisen. Tomatensuppe mit knusprigen Kichererbsen, Ziegenkäsezigarren mit Melone-Radieschen-Gurke Salat, weiße Bohnen Salat oder kalte Gurkensuppe – alles nett, aber schon oft gesehen. Bei den Hauptgängen finden wir unter anderem gebratene Wachteln, Schweinebauch mit Schlehenschnaps, Paella Nester mit Meeresfrüchten, eine Pasta-Pizza, Huhn mit Malaysischem Salat, einen Linsensalat mit Birnen und Gorgonzola und einige Pastagerichte. Hier fällt mir auf, dass die Titel teilweise vielversprechender sind als das eigentliche Rezept.

Auch bei den Desserts warten keine großen Highlights – da wird das Rezept für den Pistazien Granatapfel Kuchen auf 4 Seiten ausgedehnt, drei davon zeigen den fertigen Kuchen aus verschiedenen Perspektiven. Mal hält Rachel ihn in der Hand und mal steht er einfach da. Wie aufregend… eine Step-by-step Anleitung wäre netter gewesen, wobei der Kuchen auch nicht so raffiniert ist, dass das unbedingt nötig wäre. Es folgen Apfelkuchen mit Gewürzen, Pflaumengelee, einige Sahnedesserts – ich würde vieles davon probieren, aber keins der Rezepte löst in mir dieses: „ab in die Küche und los geht’s – Gefühl“ aus. Auch die Schokosplitter mit Trockenbeeren und Nüsschen sind schon in zahlreichen Büchern vertreten gewesen und selbst Focaccia und Grissini können mich nicht an den Herd locken.

Ob die Rezepte gelingen kann ich euch nicht sagen. Ich vermute schon, da es ja bei Paris in meiner Küche auch keine Probleme gab. Ich habe allerdings noch kein einziges Rezept ausprobiert. Es gab ein oder zwei Rezepte von denen ich mir dachte: joa, wenn du jetzt was daraus kochen müsstest, dann könntest du dieses hier nehmen. Aber das war’s dann auch schon.

Ich habe das Buch jetzt mehr als 6 Monate und wollte mit der Rezension warten bis ich etwas daraus gekocht habe. Da ich keine Ahnung habe wann oder ob das überhaupt je passieren wird gibt es jetzt hier, kalt serviert, die „nackte Enttäuschung“.

Selbst für einen Anfänger in der ersten Wohnung, der so ein bunt gemixtes Kochbuch vielleicht ganz gut gebrauchen kann, gibt es aus meiner Sicht schönere Bücher.

Für mich ist das Buch leider ein klarer Fehlgriff gewesen, aber das entspricht natürlich meiner ganz persönlichen Meinung…

kochbuecher




Rezension – Das kreolische Kochbuch

Rezension – Das kreolische Kochbuch

Jetzt ist es passiert – ich habe eine neue Nummer 1 in meiner Kochbuchsammlung. „Das kreolische Kochbuch“ nennt es sich, stammt aus der Feder von Birgit Weidt und ist ein bunter Mix aus tollen Rezepten, Bildern und Erzählungen aus Ihrer „kreolischen Heimat“ wie sie es so romantisch nennt. Die kreolische Küche mit ihrem bunten Mix aus kulinarischen Einflüssen ist an vielen Orten auf der Welt zu finden – wir haben uns in den Flitterwochen auf den Seychellen in die tollen, aromatischen Gerichte verliebt. Birgit Weidt hat die kreolische Küche auf La Réunion, wo sie sogar eine Zeit lang gelebt hat, auf Martinique und Guadaloupe für sich entdeckt und lieben gelernt. Aber fangen wir mal mit den harten Fakten an:

Das kreolische Kochbuchu1_kreolische-kochbuch_cmyk

Bilder, Geschichten, Rezepte aus La Réunion, Guadeloupe und Martinique

Mit Bildern von Ariane Bille, Birgit Weidt
160 Seiten | 17 x 23,5
Flexcover | durchgehend farbig
ISBN 978-3-942787-47-5

Erschienen ist das Buch im Februar 2015

im Verlagshaus Jacobi & Stuart

Normalerweise nehme ich ein neues Kochbuch in die Hand, blätter es einmal im Schnelldurchlauf durch und fange dann in Ruhe nochmal von vorne an. Ich mag den Überblick und weiß gerne was mich im Laufe des Buchs erwartet. Das hat hier nicht geklappt. Zwar habe ich das herzliche und sehr persönlich geschriebene „Willkommen“ vorerst übersprungen und bin direkt zu den Rezepten durchgeflitzt, aber dann war es um mich geschehen. Fotos und Rezepttitel haben mich so neugierig gemacht, dass ich so ziemlich jedes einzelne Rezept gelesen oder zumindest „angelesen“ habe. Nach einigen Seiten habe ich dann kapituliert und das Buch wie einen Roman von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen. Vielleicht liegt es am Reisefieber. Viele der Fotos und Rezepte haben mich an die Seychellen erinnert, es gab also sicher einen kleinen rosa-Brille-Faktor, aber die Art wie Birgit Weidt das Buch geschrieben hat, wie auf die Vorspeisen erst die Beilagen / Begleitspeisen und dann Fleisch, Fisch, Desserts folgen – alles gespickt mit vielen Geschichten über Land und Leute, das alles hat mich gefesselt. Den Abschluss bildet ein Kapitel über Cocktails und Säfte mit vielen unkomplizierten und leckeren Drinks. Ja, lecker – ich konnte nicht umhin den Vanille-Papayapunsch umgehend zu probieren!

Direkt am Anfang werden die Gewürzmischungen Massalé und Colombo beschrieben. Die klingen interessant, sind hier aber nicht einfach nur Gewürzmischungen die man einfach mal erwähnt haben wollte, man braucht sie tatsächlich für viele Rezepte.

So lese ich mich durch warme und kalte Vorspeisen wie den Krabben-Mangosalat, den ich im Urlaub auch schon hatte, eine Thunfisch-Maracujamousse, die wirklich verlockend klingt, eine ganz einfach zu machende Jamssuppe bis hin zu pikanten Kichererbsentalern. Was ganz schnell deutlich wird ist, dass die Rezepte wirklich aus der Küche der Inseln kommen. Sie wirken nicht an den europäischen Gaumen angepasst sondern kommen mit spannenden Zutaten und meist kurzen, auf den Punkt gebrachten Rezepten daher. Keine umständlichen Formulierungen sondern klare Anweisungen war hier scheinbar das Motto und das ist gelungen ohne den Leser ratlos und mit nur der Hälfte an Informationen zurück zu lassen. Zu den spannenden Zutaten muss ich sagen, dass ich hier in Berlin keine Probleme habe sie zu bekommen, es ist aber definitiv von Vorteil wenn man einen gut Sortierten Asia-Laden oder eine andere Bezugsquelle für Dinge wie Stockfisch, Jamswurzel oder Maniokmehl hat. Das sollte aber nicht abschrecken, die meisten Zutaten wie frischer Koriander, Ingwer und Tamarindenpaste sind ja mittlerweile auch im gut sortierten Supermarkt erhältlich.

Weiter geht’s mit dem zweiten Kapitel – Begleitspeisen. Um das vom Prinzip her besser zu verstehen muss man wissen, dass (zumindest war es auf auf den Seychellen so) es in der kreolischen Küche oft üblich ist das Essen in verschiedenen Schüsseln auf den Tisch zu stellen und jeder nimmt sich dann selbst etwas und stellt sich so seine Mahlzeit zusammen. Es gibt also Rezepte für kantonesischen Reis und Tamarindenreis, ein geniales Mangochutney (das ich bereits getestet habe) und zahlreiche Saucen und Gemüsebeilagen. Normalerweise mag ich Kochbücher in denen jedes Rezept ein eigenes, am besten Seitengroßes, Foto hat. Hier sind es oft eher kleinere Bilder die nicht nur das fertige Gericht zeigen sondern einen bunten Mix aus Zutaten und Land und Leuten. Trotzdem macht es hier vielleicht gerade dieser Mix aus Fotos so spannend…

Das_kreolische_kochbuch_ (7)

Im dritten Kapitel dreht sich alles um das Thema Fleisch. Natürlich gibt es viele Rezepte mit Hähnchen, wie das Honighühnchen mit Limette oder das Kokoshühnchen, es gibt aber auch Rezepte für eine kreolische Lammkeule, Ziegenfleisch Massalé, super grilltaugliche Hackfleischbällchen mit Colombo oder Kaninchen in Senf-Kakaocreme – und das ist nur ein kleiner Überblick! Wenn man die Rezepte liest hat man nicht wenig Lust 20 Gäste einzuladen und sich einmal komplett durch das Buch zu kochen – die Rezepte sind abwechslungsreich und irgendwie kann man den Duft der verschiedenen Köstlichkeiten förmlich aus dem Buch heraus riechen.

Weiter geht es zum vierten Kapitel – hier steht der Fisch auf dem Speiseplan. Gerade auf den Inseln ist es natürlich super einfach an frischen Fisch zu kommen, bei uns war der Red Snapper meist der „catch of the day / Fang des Tages“, da kommt beim Red Snapper mit Colombo natürlich gleich wieder Urlaubsfeeling auf. Hier findet man aber auch spannende Rezepte für Rotbarsch-Cari, marinierten Schwertfisch, ein Garnelen Cari oder Doradenspieße mit Limette oder die Dorade mit Vanille. Bei vielen Rezepten steht auch ein Alternativfisch auf der Liste, falls man das gewünschte nicht bekommt. Das ist halt wie beim Angeln – manchmal kann man sich nicht aussuchen wer anbeißt. Und während ich das hier schreibe hefte ich mir gleich mal einen Post-it an die kreolische Fischsuppe – die wird unbedingt als Nächstes gezaubert.

Mit Kapitel Nummer fünf kommen wir zu den Dessert und nähern uns damit dem Ende des Buchs – hier gibt es ein paar ganz simple Rezept, wie zum Beispiel den Süßkartoffelkuchen oder die kreolischen Crêpes mit Rum, aber auch deutlich raffiniertere süße Sünden wie den Kokosflan oder die Papayatarte. Viel Süß und viel lecker könnte man dieses Kapitel kurz und knackig zusammenfassen.

Zum Abschluss noch einen Drink? Maracuja, Mango, Ananas, Papaya sind hier mit dabei – wen man aber in (fast) jedem Rezept wiederfindet ist der Rum. Die Drinks werden teilweise für einzelne Gläser angegeben, viele Rum-Varianten werden aber auch gleich in der Flasche angesetzt – 4-6 Wochen warten und schon ist man für die nächste Party bestens gerüstet. Lustigerweise habe ich es geschafft mir mit dem Vanille-Papaypunsch einen der wenigen alkoholfreien Cocktails auszusuchen und das erst beim Mixen zu merken… aber wer wird schon kritisch sein, ein Schlückchen Rum hat auch hier ganz wunderbar gepasst!

Einzig und allein das Zutatenregister am Ende finde ich nicht so super gelungen, es werden zwar einige Gerichte aufgezeigt die eine bestimmte Zutat enthalten, aber bei weitem nicht alle. Das hätte man also auch weglassen können.

Ich bin von diesem Kochbuch auf jeden Fall hin und weg und habe in kürzester Zeit schon die Colombo Gewürzmischung hergestellt, die ich euch unten gleich zeigen werde. Die brauchte ich nämlich schon für das super leckere Mango Chutney das so schön zum Grillen passt und für die Hackfleischbällchen mit Colombo. Und wie oben schon erwähnt gab es auch ein Gläschen Vanille-Papayapunsch und endlose Stunden mit dem Buch auf dem Sofa.

Und wo wir gerade dabei sind – während ihr jetzt mal ganz flott in die Küche hüpft und euch euer Colombo röstet setze ich mich mit dem Buch auf die Terrasse. Ich könnte nämlich schon wieder…

Vielen Dank an das Verlagshaus Jacobi & Stuart für dieses wunderbare Rezensionsexemplar. Der Inhalt dieser Rezension entspricht natürlich nur meinem eigenen Geschmack und meiner persönlichen Erwartung an ein Kochbuch.

Colombo_ (20)

Zutaten für 1 Glas:

(von der Größe her waren vorher so ca. 100g Senf oder Kapern drin)

4 EL Reis

2 EL Koriandersamen

2 EL Kreuzkümmelsamen

1 EL Senfkörner, im Original schwarze – hier weiße

1 EL Bockshornkleesamen

8 Gewürznelken

1 EL schwarze Pfefferkörner

2 EL Kurkumapulver

Zubereitung:

Den ungekochten Reis 5 Minuten ohne zusätzliches Fett bei mittlerer Hitze in der Pfanne anrösten. Dann Koriander, Kreuzkümmel, Senfkörner, Bockshornklee und Gewürznelken dazu geben. Ich habe alle Gewürze zusammen noch weitere 5 Minuten geröstet und am Ende auch den Pfeffer noch kurz in die Pfanne gegeben.

Colombo_ (4)

Wer das mit dem Mörsern gut kann zerstößt jetzt alles im Mörser, ich gebe es einfach in den kleinen Mixer…

Colombo_ (5)

… und mixe dort ungefähr 3 Minuten lang bis ich ein feines Pulver habe. Das duftet sooo gut!

Colombo_ (8)

Das Kurkumapulver untermengen…

Colombo_ (13)

… und das Colombo in das Glas füllen.

Stellt es nicht zu weit weg, ihr werdet es brauchen!

Colombo_ (19)




Rezension – Gemüse kann auch anders

Rezension – Gemüse kann auch anders

Es ist schon ein paar Tage her, dass sich das Buch „Gemüse kann auch anders“ aus dem G|U Verlag in meine Sammlung eingereiht hat. Das ich es euch erst jetzt vorstelle liegt nicht etwa daran, dass es vegetarisch ist, oder mir nicht gefallen hat – ich bin einfach nur früher noch nicht dazu gekommen mehr als ein Rezept daraus zu kochen. Das ist mir dann doch etwas wenig. Jetzt gibt es im Garten aber so viel zu ernten, da kann ein wenig Inspiration nicht schaden und so ist dem Brokkoli-Couscous Salat jetzt auch die Limettenfrische Erbsensuppe gefolgt.

Aber fangen wir doch mal mit den harten Fakten an:

Gebundene Ausgabe: 240 Seiten

Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH;

ISBN-13: 978-3833838439

ca. 200 Rezepte mit 25 Gemüsesorten

Fangen wir mal ganz allgemein an – das Konzept ist nicht neu. Klingt hart, ist aber nicht weiter schlimm. Der Aufbau ist ähnlich wie bei Bauernmarkt und Biokiste oder Natürlich Jamie – man wandert von Saison zu Saison mit dem passenden Gemüse und zahlreichen Rezepten durch das Buch. Hier allerdings komplett vegetarisch.

Artischocken, Auberginen und Blumenkohl machen den Anfang, gefolgt von Erbsen und Zuckerschoten. Zu jedem Gemüse, bzw. jeder Gemüsegruppe gibt es einen kleinen Überblick, gefolgt von den Rezepten.

Die Rezepte werden von vielen wunderbaren Bildern begleitet – das Buch ist in dieser Hinsicht wirklich sehr schön gestaltet.

Gemüse_kann_auch_anders

Bei längeren Rezepten findet man die Zutatenliste gesondert. Das gefällt mir immer sehr gut, weil es schön übersichtlich ist. Bei kürzeren Rezepten sind die Zutaten samt Mengenangabe nur dick im Text hervorgehoben, was für mich persönlich auch bei wenigen Zutaten immer etwas unübersichtlich ist. Aber das mag ja an mir liegen.

Die Rezepte sind auf jeden Fall sehr abwechslungsreich und vielseitig – es gibt viele tolle Suppen und Salate, aber auch zahlreiche Pfannengerichte lachen einen an. Es geht von orientalisch inspirierter Küche über mediterrane Einflüsse bis hin zu französisch angehauchten Rezepten quer um die Welt, trotzdem findet sich eigentlich kein Klassiker in diesem Buch, sondern eher moderne und neue Rezepte.

Ich habe mich als erstes für den Brokkoli-Couscous Salat mit Zitronenjoghurt entschieden. Nur, dass wir ihn mit Bulgur gemacht haben. Ich gebe allerdings ganz ehrlich zu, dass es bei uns dazu noch Chicken-Wings gab. In der vegetarischen Variante hätten ein paar Gemüsebratlinge sicher gut gepasst. Als alleinstehendes Hauptgericht wäre es uns vielleicht ein bisschen „wenig“ gewesen, nicht von der Menge, aber einfach als Gericht. Perfekt war der Salat aber am nächsten Tag, als ich ihn für die Mittagspause mit ins Büro genommen habe. Und die grüne Currypaste hat ihm eine schöne Schärfe verliehen.

Brokkoli_BUlgur_Salat_ (4)

Brokkoli Bulgur Salat mit Zitronenjoghurt

 500g Brokkoli

2 Zwiebeln (laut Rezept 100g)

1/2 Bund Frühlingszwiebeln

1 Bund glatte Petersilie

1 Hand voll Mandelblättchen (laut Rezept 40g)

350ml Gemüsebrühe

2 TL grüne Thai-Currypaste

250g Bulgur

1/4 TL Kurkumapulver

etwas Olivenöl

Salz & Pfeffer

Für den Joghurt:

300g griechischer Joghurt

1 Zitrone

etwas Olivenöl, ca. 1EL

2 TL Honig (im Rezept Akazienhonig)

Salz & Pfeffer (im Rezept Kräutersalz & grüner Pfeffer)

Zubereitung:

 Ich bin da etwas radikal und habe kurzerhand die Zwiebeln und den (am Strunk geschälten) Brokkoli durch die Küchenmaschine gejagt. Das hat keine Minute gedauert, man kann es aber auch mit der Käsereibe raspeln. Strunk und Röschen habe ich getrennt aufgefangen.

Die Petersilie und die Frühlingszwiebeln fein hacken, die Mandelblättchen ohne Fett in der Pfanne anrösten.

Parallel die Currypaste und Kurkuma in der Brühe lösen und den Bulgur hinein geben. Aufkochen und nach Packungsanleitung ziehen lassen.

Brokkoli_BUlgur_Salat_ (3)

Die Mandeln beiseite stellen und etwas Öl in der Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln und den Brokkolistrunk zusammen mit dem weißen Anteil der Frühlingszwiebeln hinein geben und anschwitzen.

Brokkoli_BUlgur_Salat_ (1)

In dieser Zeit den Zitronenabrieb und den Zitronensaft mit dem Joghurt und etwas Öl vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Brokkoliröschen mit in die Pfanne geben und kurz mit andünsten.

Brokkoli_BUlgur_Salat_ (2)

Den Bulgur mit einem Holzlöffel etwas auflockern und das Gemüse untermengen. Mit etwas Olivenöl beträufeln und mit Pfeffer, Salz und Zitronensaft abschmecken.

Die Petersilie untermengen und die Mandelblättchen darüber geben.

Zusammen mit dem Joghurt servieren. Schmeckt sowohl warm als auch kalt.

Wer möchte probieren?

Brokkoli_BUlgur_Salat_ (5)




Lesetipp – Madame Mallory

Lesetipp – Madame Mallory

Kochbücher, Bücher von Köchen oder Bücher über das Kochen – mich kann alles davon begeistern. Deshalb möchte ich euch hier auch kurz über dieses Buch berichten und vielleicht sucht ja der Eine oder Andere von euch noch die passende Urlaubslektüre für den anstehenden Sommer.

Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef von Richard Morais gehört zu den Büchern die ich am liebsten nicht aus der Hand legen wollte. 400 Seiten und es wird nicht ein einziges Mal langweilig während man mit dem jungen Hassan Haji und seiner Familie nach einem tragischen Zwischenfall Indien verlässt, in England nicht die ersehnte neue Heimat findet und sich dann auf die kulinarische Tour durch Europa macht bevor man in Frankreich wieder sesshaft wird und ein indisches Restaurant eröffnet. Man ist traurig über die anfänglichen Vorurteile von Madame Mallory, die es mit ihrem wunderbaren 2-Sterne Restaurant bisher gewohnt war immer die besten und frischesten Produkte auf dem Markt zu bekommen, freut sich aber auf der anderen Seite über die vielen Positiven Reaktionen der Menschen in der französischen Provinz und ihre Offenheit.

Es kommt wie es kommen muss, die Situation eskaliert auf dramatische Weise… um danach eine ganz neue Wendung zu nehmen.

Madame Mallory bildet Hassan aus – in Theorie und Praxis. Kleine Eifersüchteleien, ein bisschen Konkurenz in der Küche und irgendwann der große Tag als er so weit ist das Saule Pleureur zu verlassen und in Frankreich seinen Platz zu finden. Man freut sich über seine Erfolge, seine Menschlichkeit und leidet mit ihm über den Verlust eines guten Freundes. Vielleicht fragt man sich auch ein wenig wie groß der Druck von Sternen und Punkten sein muss…

Am Ende ist es umso schöner zu lesen wie Hassan seinen Weg gemacht und seinen Platz gefunden hat.

Ein wunderbares Buch!




Lesetipp – Anthony Bourdain – Ein bisschen blutig

Lesetipp – Anthony Bourdain – Ein bisschen blutig

Ein weiterer Lesetipp für den Urlaub oder einfach mal zwischendurch. Habt ihr die Bücher von Köchen mittlerweile für euch entdeckt? Nein? Also ich kann euch Tim Raue oder Bill Buford nur ans Herz legen. Ein bisschen blutig war mein erstes Buch von Anthony Bourdain und ich bin selten mit so gemischten Gefühlen durch ein Buch gewandert. Ein geheimes Treffen, fast schon eine Verschwörung, am Anfang macht neugierig. Dann folgt sein Outing über seine Drogeneskapaden, verschiedene Stationen im kulinarischen Niemandsland und sehr, sehr, sehr viel gemecker. Ich war tatsächlich schon ein bisschen genervt, als auf einmal der Umschwung kam.

Anthony Bourdain beschreibt kulinarische Stationen von seinen Reisen. Bildlich, mit Aromen, Gerüchen, Locations – man möchte auch dorthin, in die kleinen Restaurants oder Imbisse die er entdeckt hat. Man möchte auch den Burzel knuspern oder die Suppe schlürfen. Ab und an fällt das Wort Gastroporno und auch in seinen Beschreibungen lässt er dem Essen einen ausgeprägten Erotikfaktor zukommen. Und bei all diesen detaillierten, aber nicht langweiligen, Beschreibungen hatte er mich. Ab und an wird auch im weiteren Buch gemeckert, na gut – eigentlich recht viel, aber jetzt sieht man es irgendwie mit Humor. Der Beruf als Koch, Fernsehreihen mit Köchen oder Kochbegeisterten, Restaurants, Gäste, jeder bekommt sein Fett weg. Es ist aber auch viel Offenheit dabei, besonders da er ja selbst mittendrin statt nur dabei ist.

Auch wenn ich mich sonst nur gemäßigt dafür begeistern kann über Kinder und Kindererziehung zu lesen – seine Methode ein Kind dafür zu sensibilisieren wie schlecht doch Fastfood ist und das der lustige Clown aus der Werbung kein Freund ist hat mir beim Lachen die Tränen in die Augen getrieben. Einfach genial, aber das will ich euch hier nicht vorweg nehmen.

Am Ende schweift man noch ein wenig durch die New Yorker Gastronomieszene, bevor man sich fragt wie 400 Seiten so schnell ausgelesen sein können.

Sicher nicht mein letztes Buch von Anthony Bourdain!




Lesetipp – Tim Raue – Ich weiss was Hunger ist

Lesetipp – Tim Raue – Ich weiss was Hunger ist

Habt ihr sie auch schon für euch entdeckt, die Bücher von Köchen? Und damit meine ich nicht die Kochbücher, die kennen wir ja alle irgendwie. Manche sind besser und manche eben nicht. Aber was ist mit den anderen Büchern von Köchen? Denen über die Küche, über ihr Leben, die verschiedenen Stationen die sie durchlaufen haben um dort hinzukommen wo sie jetzt sind? Ich bin mittlerweile ganz verliebt in diese Bücher. Als Urlaubslektüre gibt es bei mir ein Buch mit Mord und Totschlag und eins über kulinarische Highlights. Und falls ihr noch ein Büchlein für den Balkon, den Garten oder den Urlaub sucht – dieses hier kann ich euch nur ans Herz legen!

Tim Raue – Ich weiß, was Hunger ist zählt nur knappe 290 Seiten. Trotzdem nimmt er einen mit auf den ungeschminkten Weg durch seine schwierige Kindheit, erzählt von dem Rückhalt den seine Großeltern ihm gegeben haben und wie er in der Kreuzberger Straßengang 36 Boys gelandet ist. Damals wären die meisten von uns ihm wohl eher nicht so gerne begegnet… harte Zeiten und harte Bandagen sage ich da nur.

Umso mehr freut man sich irgendwie als er erzählt wie er seine Frau kennenlernt und auch mit seiner Ausbildungstelle etwas findet was ihm Spaß macht und worin er gut ist / werden will.

Man begleitet ihn durch die verschiedenen Stationen seiner Karriere, freut sich über den ersten Stern, gerät ins schwärmen wenn er über die kulinarischen Reisen berichtet, die er und seine Frau machen. Man ist vielleicht auch ein bisschen traurig als er nach einer Etappe wieder zurück in den Flieger steigt und freut sich umso mehr, dass es für die beiden in Berlin so wunderbar läuft.

Ich durfte im Dezember in seiner ehemaligen Küche im Swissôtel zwei Kochkurse begleiten und habe ihn dort praktisch bildlich vor mir gesehen… und wo wir beim sehen sind – so einen Dachpappenfön werde ich nie wieder so wie früher sehen. Aber solche Details solltet ihr unbedingt selbst nachlesen.

Viel Spaß dabei!




Rezension – Fabelhaft Französisch

Rezension – Fabelhaft Französisch

Es ist schon ein paar Tage her, dass mir das Buch „Fabelhaft Französisch“ aus dem Callwey Verlag ins Haus geflattert kam. Und es hat gerade mal drei Tage gedauert, bis ich das erste Menü daraus gezaubert habe. Menü? Ja – ihr habt richtig gehört – Menü! Die Autoren Cathleen Clarity und Kathrin Koschitzki haben keine halben Sachen gemacht und ein ganzes Buch mit verschiedenen Menüs voller charmanter, französischer Köstlichkeiten gezaubert. Aber fangen wir mal kurz mit den harten Fakten an…

Cover-Fabelhaft_Franzoesisch216 Seiten

rund 70 Gerichte

ISBN: 978-3-7667-2145-7

Hardcover

Callwey Verlag

von Cathleen Clarity und Kathrin Koschitzki

Zum Buch:

Das Buch ist wunderschön gestaltet, vom Einband über die Seiten – tolle Fotos und tolle Menüs. 12 tolle Menüs um genau zu sein – dabei wird Fleisch und Fisch wie im Sternerestaurant ebenso viel Raum eingeräumt wie einem Frühlingslunch mit der Familie, einem Lunch für Teenager, ein paar Häppchen am Feuer, drei Varianten Dinner für den Samstagabend oder dem Prinzessinengeburtstag. Die Rezepte sind raffiniert und vielseitig, was nicht bedeutet, dass alle besonders aufwendig sind. Zum Teil werden als Dessert oder Amuse Gueule verschiedene passende Varianten und Alternativen angeboten, so hat man die Auswahl was gerade zur Stimmung oder den greifbaren Zutaten passt.

Fabelhaft_Franzoesisch

Wo wir schon bei den Zutaten sind – für einige Gerichte sollte man ein gut bestücktes Feinkostgeschäft und den passenden Gemüsehändler seines Vertrauens haben, aber das kann ja ohnehin nie etwas schaden. Was mir besonders gut gefällt ist, dass mit feinen Zutaten Gerichte gezaubert werden, die man eben nicht in jedem Kochbuch findet. Die Rezepte sind für ambitionierte Anfänger gut nachvollziehbar, aber sie bieten auch erfahrenen Hobbyköchen noch neue Inspiration! Da geht es auch mal etwas komplizierter zu, aber davor darf man keine Angst haben. Mut und Experimentierfreude werden mit fantastischen und leckeren Gerichten belohnt. Das Einzige was vielleicht nicht typisch für die französische Küche ist, sind die sehr großzügig bemessenen Portionen. Wir haben uns (wen wundert es) für Menü 5, das „Dinner am Samstagabend – für Fleischliebhaber“ entschieden. Allerdings ohne Dessert, das wäre uns an diesem Abend etwas zu viel gewesen.

So haben wir uns über kleine Röllchen vom Rinderfilet mit Rucola und Meerrettichcreme als Amuse Gueule, feines Tartar mit Kapern, Zwiebeln und Petersilie als Vorspeise und einen saftigen Braten vom Rind als Hauptgericht gefreut.

Die Rinderfiletröllchen möchte ich euch hier als kleines Appetithäppchen vorstellen, die beiden anderen Rezepte folgen im Laufe der Woche.

Aus meiner Sicht ist dieses Buch eine ganz klare Empfehlung für alle Freunde der französischen Küche!

Vielen Dank an den Callwey Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Feine_RInderfiletstreifen_mit_Rucola_ (5)

Zutaten für (im Original 2 Personen) – als Amuse Bouche bei mir eher für 4 Personen:

100g Rinderfilet

1 Hand voll Rucola

Pfeffer & Salz

80g frischer Meerrettich

60g Créme fraîche (im Original 30g)

Optional bei mir: etwas Bärlauchpesto

Zubereitung:

Das Rinderfilet dünn aufschneiden und mit einem beherzten Klopfer mit der flachen Seite vom Fleischhammer plätten.

Feine_RInderfiletstreifen_mit_Rucola_ (1)

Den Meerrettich fein reiben und mit der Creme fraîche zu einer glatten Creme verrühren. Mit Pfeffer und Salz abschmecken. Die Creme auf die Fleischscheiben streichen und ein kleines Bund gewaschenen und trocken geschüttelten Rucola darin einrollen.

Feine_RInderfiletstreifen_mit_Rucola_ (2)

Die Röllchen mit ein wenig Meerrettichcreme bestreichen. Ein Blättchen Rucola (wie im Original) oder etwas Bärlauchpesto (wie bei mir) darauf geben.

Die kleinen Röllchen lassen sich wunderbar vorbereiten und schmecken sehr lecker.

Klein und fein!

Feine_RInderfiletstreifen_mit_Rucola_ (8)




Rezension – Fleisch, ein wertvolles Lebensmittel bewusst geniessen

Rezension – Fleisch

ein wertvolles Lebensmittel bewusst geniessen

Seit einiger Zeit tummelt sich das Kochbuch Fleisch aus dem GU Verlag in meinem Bücherregal. Das erste Buch in meiner Sammlung, das Bessere Hälfte von der ersten bis zur letzten Seite begeistert durchgeblättert und sofort zu „seinem-meinem“ Lieblingskochbuch erklärt hat.

Auf 240 Seiten werden nicht nur tolle Rezepte vorgestellt, es gibt einen kleinen Exkurs in die artgerechte Tierhaltung, Tipps wie man gute Fleischqualität erkennt und auch einen schönen Überblick über passendes Küchenwerkzeug der auch, aber nicht nur, für Anfänger geeignet ist. Es wird erklärt welches Stück Fleisch wo am Tier gewachsen ist und für welche Zubereitung es sich am besten eignet.

Dann geht es weiter – die Kapitel sind nach Art der Zubereitung gegliedert, so findet man unter Kurzbraten und Grillen die passenden Schweinefleischspießchen in Marsala, Schweinerücken mit Basilikum-Zimt Pesto, Spareribs in würziger Honigsauce (die ich ja hier bereits ausprobiert habe), Rinderhüftsteaks Mexiko, Scharfe Rinderfilets mit geeister Avocado, Roastbeef mit Karamell-Vanille Sauce, aber auch außergewöhnlicheres was das Fleisch angeht, wie zum Beispiel Kalbsherz in Ahornsirup Marinade oder Teegeräucherte Kalbsleber. Und das waren nur einige Beispiele aus diesem mit Post-it’s gespickten Kapitel.

Das nächste Kapitel widmet sich dem Thema Aus dem Ofen. Schweinehals mit Blutwurst-Apfel Füllung, Hackfleischgugelhupf, knuspriger Spanferkelbauch, Rib-Eye Braten mit Gewürzbutter, Linzer Fleischtorte mit Preiselbeeren, Kalbsfilet im Steinpilzmantel – die Palette könnte kaum vielseitiger sein. Es gibt viele Rezepte die wirklich neu oder neu aufgemacht sind, aber auch bekanntes wie die Lammkeule mit frischen Kräutern. Ein Kapitel in dem einem nicht langweilig wird und das noch einiges zum Probieren bereit hält.

Weiter geht es mit dem Thema Schmoren. Hier geht es klassisch, aber raffiniert zu. Ochsenschwanz mit Sherry und Möhren, Rindergulasch mit Knoblauch und Zitrone, Rinderschmortopf mit Barolo und Pancetta, Kalbsbäckchen, Kalbsschulter, Lammhaxen – viele Leckereien. Ich habe gerade erst das Lammschaschlick ausprobiert. Unglaublich zart und gut, eine absolute Empfehlung!

Abgeschlossen wird das Buch vom Kapitel Kochen und Pochieren. Nicht unbedingt meins, für Sülze kann ich mich nicht recht begeistern. Aber die Schweinerüsselpralinen klingen spannend. Es gibt außerdem Rezepte für Schweinebauch und Schmalz mit Datteln. Aber auch Eintöpfe wie der herzhafte Suppentopf mit Backteigspaghetti, Rinderfilet im Zitronengras-Ingwer Sud oder Lammfilets mit Kürbis-Kokos Suppe kommen nicht zu kurz.

Zu jedem Rezept gibt es ein tolles Foto und eine ausführliche und gut verständliche Beschreibung.

Ein absoluter Buchtipp für alle Fleischfreunde!




Rezension – Bauernmarkt und Biokiste

Rezension – Bauernmarkt und Biokiste

Vor kurzem wurde meine Kochbuchsammlung durch ein weiteres wunderbares Buch bereichert. Bauernmarkt und Biokiste ist der Titel und es verspricht die besten erntefrischen Rezepte für jede Jahreszeit. Das ist natürlich genau das Richtige für mich, da ich einiges an Gemüse im Garten anbaue und saisonal kochen dadurch für mich sehr interessant und auch wichtig geworden ist. Aber werfen wir zuerst mal einen Blick ins Buch…

Bauernmarkt & Biokiste

Gräfe und Unzer Verlag

Reihe: GrundkochbücherDruck

448 Seiten mit ca. 400 Farbfotos

Format: 18,5 x 24,2 cm. Hardcover.

ISBN: 978-3-8338-4150-7

Erschienen: September 2014

Bereits wenn man das Buch Bauernmarkt und Biokiste aufschlägt lachen einen die ersten Bilder von frischen Äpfeln und Kräutern an. Der Inhalt ist übersichtlich gegliedert, nach einem kurzen Vorwortüber den Bauernmarkt startet man mit der Lagerung von Obst und Gemüse und einem kurzen Überblick über die verschiedenen Zubereitungsarten Kochen, Dünsten, Braten, Grillen, Dämpfen und Backen. Ein paar Infos zu Würzmischungen und klassischen Saucen folgen, bevor es mit dem ersten Kapitel zum Frühling so richtig los geht. Insgesamt gibt es im Buch 333 Rezepte die passend zur Jahreszeit in 4 Kapitel unterteilt sind.

Der Frühling startet (wie alle 4 Hauptkapitel) mit einem Inhaltsverzeichnis und ein paar Saisontipps, bevor es mit den Rezepten ab in die bunte Welt der Kräuter geht. Frisches, knackiges Gemüse, bunte Salate, knall-grüne Süppchen – im Mittelpunkt Spargel, Bärlauch und Erbsen. Aber auch Frühlingszwiebeln, neue Kartoffeln und Lamm sind vertreten. Die bunten Bilder machen Lust auf diese leichte und frische Küche, die übrigens einen durchaus vegetarischen Schwerpunkt hat. Natürlich kommt auch die süße Seite nicht zu kurz – ich freue mich besonders über die vielen tollen Rezeptideen zum Thema Rhabarber, wie zum Beispiel das Rhabarber-Topfen-Omlett.

Bis zum nächsten Frühling dauert es noch ein paar Tage und der Sommerist noch länger hin – trotzdem weckt das nächste Kapitel schon jetzt meine Vorfreude. Zu den Saisontipps gehört ein Aprikosensenf der mich sofort anlacht. Ihm folgen Rezepte für tolle bunte Gartensalate mit Bohnen, Tomaten, Artischocken, Fenchel und Radieschen. Aber auch ungewöhnliches wie Kohlrabifritten mit Wasabiquark oder eine kalte Salatsuppe. Suppen gibt es auch im Sommer wieder in allen Farben und Konsistenzen, egal ob warm oder kalt – da will selbst der Suppenkaspar den Löffel nicht mehr hergeben. Der Auberginenkuchen mit Tomatensalat ist genauso einladend wie das Mangoldgemüse mit Semmelknödeln. Und natürlich gibt es im Sommer auch mein Lieblingsgemüse – die ersten Rezepte für Rote Bete (von denen es wirklicheinige gibt) tauchen auf. Ich für meinen Teil freue mich schon auf das sahnige Johanisbeerdessert und das Stachelbeercrumble.

Während diese zwei Kapitel noch ein wenig warten müssen gibt es im Herbst einiges an Inspiration für die Küche der nächsten Wochen. Die Salate werden herzhafter und Kürbis, Spitzkohl und Kartoffeln sind die Stars in Suppen, Eintöpfen, Aufläufen und Gratins. Ich verliebe mich hoffnungslos in den Hokkaido Kürbis mit Ofenkäseden ich euch weiter unten vorstellen werde. Gott war der gut!

Gefüllter_Kürbis_mit_Ofenkäse_ (9)

Das letzte Kapitel ist für den Winter reserviert. Und der muss garnicht trist und grau werden – Bratäpfel auf gemischtem Blattsalat, Rosenkohl-Ingwer Salat mit Brathähnchen, eine wunderbare Pastinakencremesuppe mit Crouton (die schon auf der „to-cook“ Liste steht), aber auch Schwarzwurzel, Topinambur, Rotkohl und Maronen locken mit abwechslungsreichen Rezepten. Bessere Hälfte hat sich bereits den Grünkohl mit knusprigem Schweinebauch gewünscht, mich lacht noch das Pastinaken-Gratin an… und die vielen, vielen Rote Bete Rezepte!

Ihr seht – langweilig wird einem mit diesem Buch nicht und es gibt das Ganze Jahr über einen schönen Mix aus neuer Inspiration und gute Anleitungen für zeitlose Klassiker. Somit ist das Buch eine Bereicherung für erfahrene Köche und Anfänger, ohne auf die typischen Klischees der Studentenküche abzuzielen. Außerdem ist es eines der wenigen Bücher die aus meiner ganz persönlichen Sicht sowohl für Fleischfresser, als auch für Vegetarier geeignet sind. Der Großteil der Rezepte ist wie bereits erwähnt vegetarisch, aber für viele Rezepte kann man sich ganz einfach ein Stück Fleisch dazu braten oder grillen.

Aus meiner Sicht ist Bauernmarkt und Biokiste eine tolle Geschenkidee für alle denen saisonales Kochen am Herzen liegt!

Vielen Dank an den Gräfe und Unzer Verlag, der mir dieses Buch kostenlos zur Rezension zur Verfügung gestellt hat. Der Inhalt dieser Rezension entspricht natürlich nur meinem eigenen Geschmack und meiner persönlichen Erwartung an ein Kochbuch.

Zutaten für Hokkaido-Kürbis mit Ofenkäse (für 2 Personen):

1 Hokkaido Kürbis

1/2 Bund Estragon (im Original Thymian)

etwas Petersilie

1 kleine Chili (im Original Chiliflocken)

2 EL Rapsöl

Salz

1 TL rosa Pfefferbeeren

1 Ofenkäse

2 EL Créma di Balsamico

2 EL Kürbiskernöl

30g Kürbiskerne

Zubereitung:

Den Kürbis halbieren, entkernen und an der runden Seite so begradigen, dass sie später fest liegen ohne umher zu rollen.

Mit Öl einreiben und salzen – dann wandern sie mit der runden Seite nach oben für 15 Minuten bei 160°C in den Backofen.

Wenden und mit dem fein gehackten Estragon, der noch feiner gehackten Chili und Salz würzen. Den Käse horizontal halbieren und im Kürbis platzieren. Das sieht bei mir deutlich weniger hübsch aus als im Buch, aber es geht…

Gefüllter_Kürbis_mit_Ofenkäse_ (8)

Weitere 15 Minuten (bei mir eher 20 Minuten) fertig backen. Für die letzten 5 Minuten kommen die Kürbiskerne mit auf das Blech.

Den Käse auf großen Tellern platzieren und mit den Kürbiskernen bestreuen. Etwas Créma di Balsamico und Kürbiskernöl darüber träufeln, die rosa Pfefferbeeren zerstossen und darüber streuseln. Mit etwas fein gehackter Petersilie (der letzten aus eigener Ernte) garnieren.

Gefüllter_Kürbis_mit_Ofenkäse_ (4)

Den wunderbaren, Käse gefüllten Kürbis sofort servieren…

Gefüllter_Kürbis_mit_Ofenkäse_ (6)

Spätestens wenn ihr ihn am Tisch anschneidet stellt sich ein tiefes Glücksgefühl ein.

Wer möchte ein Tellerchen?

Gefüllter_Kürbis_mit_Ofenkäse_ (7)