Was macht man wenn der Kühlschrank defekt ist?

Was macht man wenn der Kühlschrank defekt ist?

Was macht man wenn der Kühlschrank defekt ist? Das ist ja eine von den Fragen die man sich am liebsten nicht stellen möchte. Nachdem ich hier auf dem Blog und auf Instagram erwähnt habe, dass unser Kühlschrank kaputt gegangen ist haben viele gefragt was wir mit den ganzen Sachen gemacht haben die darin waren und wie es mit dem Kühlschrank weitergegangen ist. Tja, da unser Panasonic Side-by-side Kühlschrank erst 3,5 Jahre alt war haben wir uns für eine Reparatur entschieden. Also wurde ein Reparaturservice angerufen, der Kühlschrank aufgeschraubt und es roch direkt verschmort. Eine Platine war durchgebrannt und hat damit den ganzen Kühlschrank außer Gefecht gesetzt.  Nun kann man diese aber nicht mehr einzeln ersetzen sondern muss das ganze „Motherboard“ (ja, wir reden immer noch von einem Kühlschrank) austauschen. Schöner Mist – 450€ für das Ersatzteil, die Kosten für die Reparatur, die Anfahrt und natürlich noch 19% Mehrwertsteuer obendrauf… schon sind wir bei knapp über 600€. Echt ätzend, aber immer noch günstiger als ein neuer Kühlschrank. Bis das Ersatzteil geliefert wird dauert es aber 5-6 Werktage, es war warm, nein heiß, und der Kühlschrank bereits 6 Stunden ohne Strom. Der Reparaturservice verspricht für den nächsten Tag ein Ersatzgerät. Das ist zwar nett und hat uns dann auch über die folgenden Tage geholfen – aber um es mal auf den Punkt zu bringen: mein riesiges Tiefkühlfach war randvoll. Und während ich ja durchaus bereit war zu hoffen, dass der Tiefkühler die Sachen so weit kühl hält bis Ersatz kommt wollte ich für die mehr als 20 Portionen Babybrei kein Risiko eingehen. Veggie-Brei, Brei mit Huhn, Rind und Fisch, alles liebevoll portioniert und eingefroren… da darf nix antauen. Also habe ich bei unseren Nachbarn an der Tür gekratzt um wenigstens die Breichen unterzubringen und habe tatsächlich ein ganzes, leeres Schubfach bekommen um alles zu retten was hinein passt. Das waren dann zuerst die Breichen, gefolgt von allem was eindeutig als Fleisch zu erkennen war. Von Ordnung ist im Tiefkühler schon vorher nichts mehr zu erahnen gewesen, Dosen wurden mal hierhin und mal dorthin gestapelt und der Inhalt war teilweise nur noch wilde Spekulation. Wenn man jetzt also versucht so viel Kälte wie möglich im Tiefkühler zu behalten, dann muss man schnelle Entscheidungen treffen. Also habe ich den letzten Platz in der Box mit Tupperdosen voll Pulled Pork, Rinderrippenbraten und (unglücklicherweise) eingefrorenen Beeren vom Vorjahr aufgefüllt, die Box wieder bei den Nachbarn einquartiert und das Beste gehofft.

Und lacht ruhig – aber die Weißweinflaschen im Weinkühlschrank mussten kuscheln, damit wir zwei der Fächer bei 7°C als Kühlschrank nutzen konnten.

Das es im Tiefkühler langsam wärmer wurde hat sich darin bemerkbar gemacht, dass der Eiswürfelspender getropft hat. Also habe ich die Eiswürfel in eine Schüssel getan und als zusätzlichen Kühlakku in den Kühlschrank gestellt.

An diesem Abend habe ich uns zum Abendbrot Pizzabrot mit Serranoschinken und Paprika gemacht. Der Schinken und der Käse wären zu schade gewesen um schlecht zu werden, ich hatte noch zwei halbe Paprika im Kühlschrank und vom Frühstück mit den Pekip Muttis ein paar Brötchen übrig die ich sonst sicher eingefroren hätte.

Pizzabrot mit Serranoschinken und Paprika

Zutaten für 2 Personen:

3 Vollkornbrötchen

etwas Butter

1/2 rote Paprika

1/2 gelbe Paprika

ca. 50g Käse, egal ob Scheiben oder am Stück

3-4 Scheiben Serrano Schinken

Pfeffer & Salz

optional würde z.B. auch Brokkoli dazu passen

Zubereitung:

Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen. Die Brötchen aufschneiden und dünn mit Butter bestreichen. Die Paprika klein würfeln, den Schinken in Stücke zupfen und den Käse in dünne Scheiben schneiden. Alles auf den Brötchenhälften verteilen und in den Backofen schieben bis die Pizzabrote überbacken sind.

Pizzabrot mit Serranoschinken und Paprika

Mit Pfeffer und Salz würzen – fertig. Damit wären also schon ein paar Sachen gerettet, auch an einem Tag an dem man überhaupt keine Lust mehr zum Kochen hat.

Pizzabrot mit Serranoschinken und Paprika

Neuer Tag, neues Glück und was soll ich sagen, die Hoffnung stirbt sicher zuletzt aber an manchen Tagen soll es wohl so sein. Das Ersatzgerät kommt erst am späten Nachmittag und muss dann auch noch drei Stunden stehen bevor es überhaupt in Betrieb genommen werden darf. Bis der Kühlschrank dann wirklich betriebsbereit gekühlt ist vergehen nochmal 2-3 Stunden und unser Kühlschrank ist bei über 30°C mittlerweile mehr als 36 Stunden ohne Strom. Als wir die Tür zum Tiefkühler öffnen ist vom Eis im Waffelhörnchen also nur noch die Waffel übrig, sämtliche Schätze sind an- oder aufgetaut und auch der Kühlschrank bietet kein besseres Bild. Also wird aufgeräumt. Und dabei wird dann auch das Ausmaß der Tragödie deutlich. Fonds und Jus, stundenlang eingekocht, alles aufgetaut. Burger Buns, aufgetaut. Kürbismus, aufgetaut. Eingekochte Tomatensauce, aufgetaut. Bratenreste, Saucen, Chili con carne, Sauerkrautreste, Rotkohl, usw. überall das gleiche Bild. Ich schnappe mir im Chaos also kurzerhand Bratenreste samt Sauce und die knappe halbe Packung Tiefkühlerbsen und koche eine schnelle Pasta.

Vollkornspaghetti mit Bratensauce

Zutaten für 2 Personen:

200g Vollkornspaghetti

Salz & Pfeffer

ca. 200g Bratenreste (hier Gänsebraten)

ca. 300ml Bratensauce

ca. 100g Tiefkühlerbsen

Zubereitung:

Für die Pasta einen Topf Salzwasser zum Kochen bringen und die Spaghetti hinein geben und kochen bis sie knapp al dente sind.

Die Bratenreste klein zupfen. In einem kleinen Topf die Bratensauce erwärmen, die Bratenreste und die Erbsen hinein geben und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Spaghetti durch ein Sieb abgießen und zurück in den Topf geben. Die Sauce untermengen, alles noch 2-3 Minuten ziehen lassen und auf Pastateller verteilen.

Vollkornspaghetti mit Bratensauce

Die Knacker und die Chorizo waren aufgetaut aber noch kalt. Also ist beides in den Kühlschrank gewandert und wurde an den folgenden zwei Tagen verwertet.

Mit der Knacker gab es dieses Ofengericht, da konnte ich auch gleich ein paar Sachen aus dem Gemüsefach verwerten:

Gebackene Knacker mit Kartoffeln und Karotte

Die Chorizo wurde in dünne Scheiben aufgeschnitten und kam hier mit etwas aufgetautem Ajvar und einem Rest Parmesan in die Pasta.

Spaghetti mit Chorizo

Zutaten für 2 Personen:

200g Spaghetti

2 scharfe Chorizos

etwas frische Petersilie

2 EL scharfer Ajvar

1 Schalotte

Salz

20g Parmesan

etwas Olivenöl

Zubereitung:

Für die Spaghetti einen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Die Pasta hinein geben und al dente kochen.

Die Chorizo in Scheiben schneiden und ohne zusätzliches Öl in einer großen Pfanne anbraten. Die Schalotte schälen, fein würfeln und mit in die Pfanne geben. Den Ajvar mit etwas Olivenöl mischen. Die Petersilie fein hacken.

Die Pasta durch ein Sieb abgießen und zurück in den Topf geben. Den Mix aus Ajvar und Öl mit der Pasta vermengen, den Parmesan dazu reiben, die gebratene Chorizo samt Öl aus der Pfanne zur Pasta geben und die frische Petersilie untermengen. Alles mit Salz abschmecken und auf Pastateller verteilen.

Spaghetti mit Chorizo

Die gebackene Tomatensauce war aufgetaut, aber ich habe sie kurzerhand wieder eingefroren und in den letzten zwei Wochen fast vollständig verbraucht. Dafür habe ich sie dann im Schnellverfahren im Backofen aufgetaut – langsames Auftauen im Kühlschrank wäre mir hier einfach zu unsicher gewesen. Nun haben wir also kein Brot, keine Burger Buns, keine Pizzastücken, keinen Fond, keinen Jus, kein Eis und auch keine kleinen Reste verschiedener Gerichte mehr im Tiefkühler gehabt. Dafür ist die Schublade mit den Tupperdosen plötzlich randvoll.

Im Kühlschrank haben wir ebenfalls einiges aussortiert. Einmal als wir in den Ersatzkühlschrank umgeräumt haben und einmal als es wieder zurück in den alten und nach mehr als einer Woche endlich reparierten Kühlschrank ging. Da hatten der Ahornsirup, eine Marmelade und zwei von drei Sorten hausgemachter Sirup nämlich plötzlich ein Fell, Sojasaucen und Worcestersauce standen unter Druck, ebenso das Gläschen mit der hausgemachten Chilipaste. Bei genauerem Nachdenken habe ich mich dann auch dafür entschieden die Sardellen und den Sahnemeerrettich zu entsorgen – sicher ist sicher.

In den folgenden Tagen habe ich dann noch aus Speck und geriebenem Käse einen kleinen Auflauf gezaubert…

Nudelauflauf mit Speck und Käse

… und aus dem kleinen Rest Chili con Carne eine Pizza gemacht die schon ewig auf meiner to-do Liste stand und für die genau dieser kleine Rest auch gedacht war.

Pizza mit Chili con Carne

Ein absolutes Chaos, viele spontane Gerichte um zu retten was noch zu retten war, viele Standard Zutaten die wieder nachgekauft werden mussten… aber um es mal positiv zu sehen – so sauber waren Kühlschrank und Tiefkühler schon lange nicht mehr. Alle Fächer und Schubladen ausgewaschen, bzw. im Geschirrspüler gereinigt, der Kühlschrank selbst in aller Ruhe und in allen Ecken und Kanten gereinigt.

Außerdem habe ich mir für die Zukunft vorgenommen mehr Ordnung im Tiefkühler zu halten und Dauergäste zu vermeiden. Mal sehen wie lange ich das durchhalte.

was macht man wenn der kühlschrank kaputt ist

Falls ihr also auch in diese missliche Lage kommt: versucht wenigstens einen kühlen Kopf zu bewahren, schaut was sofort weg muss und was vielleicht noch 2-3 Tage durchhält. Sicher gibt es Verluste, aber man muss auch sehen was man alles noch retten konnte. Und wenn ihr nette Nachbarn habt, dann fragt doch mal nett an ob ihr vielleicht ein paar Sachen bei ihnen im Tiefkühlfach parken dürft.

Ich drück euch die Daumen!