Limoncello am Gardasee

Limoncello am Gardasee

Ich habe mit diesem Bericht schon wieder ein bisschen getrödelt – eigentlich waren wir schon Anfang August am Gardasee. Im Vergleich zu den glücklichen Süddeutschen haben wir dorthin eine etwas längere Anfahrt, also brauchen wir auch ein Verlängertes Wochenende. In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch ging es los und nach 10 Stunden Fahrt sind wir an unserem Ziel, Limone sul Garda, angekommen. Wir waren ja vor zwei Jahren als Einstige in unsere Toskana-Reise bereits in Limone und haben uns diesmal wieder für das gleiche Hotel, das Hotel Limone, entschieden. Nicht weil es so spektakulär war, es ist ein nettes, kleines Hotel mit super freundlichem Service, sondern weil man von dort so einen traumhaften Blick auf den Gardasee hat. Die Zimmer sind schlicht, aber sauber, WLAN ist kostenfrei und das Hotel ist gut gelegen um schnell und einfach in die Stadt runter zu laufen. Als wir um halb zehn ankommen melden wir uns vorsichtig an der Rezeption – wir sind schon da, wann dürfen wir denn in unser Zimmer? Die Dame flitzt sofort los und kommt fröhlich wieder – das Zimmer ist schon fertig, wenn wir möchten sofort. Natürlich möchten wir, nach der langen Fahrt gibt es nix Schöneres als frische Klamotten, Zähneputzen und einfach „angekommen“ sein. Das Wetter war am ersten Tag eine Katastrophe, also starten wir mit einem Prosecco auf der überdachten Terrasse bevor wir gegen Mittag in den Ort laufen.

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Diesmal sind wir fest entschlossen ein schönes Restaurant für den Abend zu finden, vor zwei Jahren hatten wir hier nicht gerade einen kulinarischen Höhenpunkt unserer Reise.

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Durch Zufall laufen wir am Restaurant Monte Baldo vorbei das direkt zum gleichnamigen Hotel gehört. Hier sieht es nett aus. Und ein Blick auf die Speisekarte lässt hoffen, dass es hier nicht die typische Touri-Fütterung gibt. Wir reservieren einen Tisch für den Abend und laufen noch ein wenig am Wasser entlang.

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Zurück ins Hotel und ein bissl aufgebrezelt – dann geht es zum Essen. Unten möchten wir nicht so gerne sitzen, also werden wir nach oben begleitet. Die Tische auf dem Balkon sind leider schon reserviert, aber auch drinnen sorgen die rustikalen Holzbalken im Kontrast zu den hübsch eingedeckten Tischen für ein gemütliches Ambiente. Einziges Manko am ganzen Abend: ich musste nach der Weinkarte fragen. Nur weil ich erst 30 bin bedeutet das nicht, dass ich keine Flasche bestelle! Halb so wild, wir lassen uns von einem Aperitiv in Form von Limoncello Spritz begeistern. Seit diesem Moment bin ich süchtig danach. Dann entscheide ich mich für ein T-Bone vom Kalb mit gegrillten Tomaten. Bessere Hälfte nimmt geschnittenes vom Rind mit mariniertem Radicchio und als Beilage Semmelknödeln im Mangoldmantel. Dazu trinken wir einen recht jungen Chianti Classico Riserva der gut, aber nicht außergewöhnlich war.

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Das Essen kommt und wir sind rundum glücklich. Unser Fleisch ist perfekt gebraten und besonders die Manglod-Semmelknödelkreation ist eine tolle Beilage.

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Eigentlich sind wir satt. Und es war ein langer Tag. Und wir sind satt. Aber wenn man die Dessertkarte erstmal in der Hand hat legt man sie auch nicht einfach wieder weg. Da wir nicht in süßer Stimmung sind nehmen wir die ausgesprochen leckere Käseselektion mit hausgemachter Zwiebel- und Orangenmarmelade. Nebenbei reservieren wir noch einen Tisch für den übernächsten Abend – da möchten wir nämlich auf dem Balkon sitzen.

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Dann geht es durch das nächtliche Limone zurück ins Hotel.

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Donnerstag  – strahlender Sonnenschein und perfektes Ausflugswetter. Wir nehmen die Fähre und fahren ans andere Ufer nach Malcesine. Der Ort ist anders als Limone, etwas verspielter, aber auch deutlich überlaufener.

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Wir schlendern ein bisschen umher und nehmen ein paar Olivenpasten und gutes Olivenöl mit. Eigentlich wollten wir mit der Seilbahn auf den Berg fahren, aber die Schlange ist so lang, dass wir sicher über eine Stunde warten müssten.

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Also geht es nach gut zwei Stunden wieder zurück nach Limone.

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WIr stärken uns mit einem kleinen Mittagessen im Restaurant vom Hotel Azzure. Bessere Hälfte hat ein ausgesprochen leckeres Carpaccio und auch das Essen auf den anderen Tischen sieht toll aus – nur mein Mista Salat nach Art des Hauses erinnert ein wenig an die Überreste vom Salatbuffet. Man merkt mir mein Unglück wohl an, der Kellner kommt an den Tisch und sagt, dass er mir anmerkt das der Salat nicht meinen Erwartungen entspricht und ob er uns zur Entschädigung ein Eis anbieten darf. Darf er – und damit bin ich dann auch getröstet.

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Für den Nachmittag haben wir ein Highlight geplant – wir haben ein Motorboot gemietet. Im Vergleich zu Deutschland darf man in Italien Motorboote mit 40PS ohne Führerschein fahren! Einzige Regelen: 300m Abstand zum Ufer und der Einfachheit halber haben alle anderen Vorfahrt. Auf geht’s Capitani! Ich kann das nur empfehlen – 45 Minuten fahren, 20 Minuten irgendwo mitten im See baden und dann langsam schnell aber sicher wieder ab Richtung Hafen. Wir haben das Boot für 2 Stunden gemietet. Da schafft man einiges an Strecke.

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Wir hatten Glück, in unserer Abwesenheit hat es in Limone ordentlich geregnet. Wir hatten zwei Stunden lang gutes Wetter.

Am Abend sind wir kurzerhand in die Cantina Altrocol, ein Grillrestaurant mit Steinofenpizza, gegangen. Man kann ja nicht jeden Abend ein ganzes Menü verputzen. Bei hohem Betrieb werden hier keine halben Sachen gemacht, da werdendie langen undrustikalen Tische kurzerhand für zwei Paare vergeben. Es sind allerdings wirklich lange Tische, so gesehen hat man genug Platz. In Paris habe ich schon dichter gesessen. Als Vorspeise teilen wir uns Muscheln in Tomatensauce (ups – fast das Foto vergessen), danach gab es einen kleinen Übersetzungsfehler in der Speisekarte – ich wollte Spaghetti mit Meeresfischen, gemeint waren aber Spaghetti mit Meeresfrüchten. Halb so schlimm, die waren auch gut. Bessere Hälfte hatte eine Pizza Casa mit Artischocken, Gorgonzola und Schinken. Mit ihrem hauchdünnen Boden hat die auch gut geschmeckt.

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Morgen geht es hier weiter…